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Kommentar zum Ökostrom: Kohleausstieg passt zum Lebensgefühl

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20:54 20.06.2019
Stromerzeugung mit Windkraftanlagen. Vor allem viele Großstädter entscheiden sich für Ökostrom-Tarife. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Hannover

Die Energiewende erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit – im Prinzip zumindest. In Umfragen plädieren mehr als 90 Prozent der Bevölkerung für den Umstieg auf erneuerbare Quellen. Die Begeisterung sinkt hingegen spürbar, wenn es um den Ausbau der dafür nötigen Infrastruktur geht: Nur jeder Vierte möchte eine Windkraftanlage in seiner Nachbarschaft haben, lediglich jeder Dritte wäre bereit, klaglos Anrainer einer neuen Stromautobahn zu werden. Vier von fünf Bürgern fürchten zudem Preiserhöhungen.

Dass dennoch immer mehr Kunden auf Ökostrom umsteigen, muss kein Widerspruch sein – es ist eher ein weiterer Beleg für diese diffuse Gefühlslage. Die höchsten Wechselquoten gibt es in den urbanen Zentren, in denen auch die Grünen ihre meisten Wähler haben. Wer dort lebt, kann sich in der Regel hohe Mieten leisten und muss vor dem Kauf von Bioprodukten nicht erst ins Portemonnaie schauen. Zu diesem Lebensgefühl passt der private Ausstieg aus der Kohleverstromung – zumal die Aussicht vom Balkon hier nicht durch Windräder und Leitungsmasten verstellt wird.

Auch bei der Energiewende gibt es eben Gewinner und Verlierer. Wirtschaftlich profitiert, wer sich an Windparks beteiligen oder Solaranlagen auf sein Eigenheim schrauben kann. Für einen moralischen Gewinn reicht schon der Bezug von Ökostrom. Wer jedoch erleben muss, wie neue Windräder oder die Planung einer Stromtrasse den Wert der eigenen Immobilie mindern, ist schnell weniger euphorisch. Gleiches gilt für Verbraucher, denen das Geld nicht so locker sitzt: Sie leiden unter den steigenden Gebühren und Umlagen, die der Energiewende geschuldet sind.

Von Jens Heitmann

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