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Meinung Streit um Chefposten bei der IHK Hannover: Nach Gutsherrenart
Nachrichten Meinung Streit um Chefposten bei der IHK Hannover: Nach Gutsherrenart
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00:16 03.02.2019
Steht vor einem Führungswechsel: Die Industrie- und Handelskammer in Hannover. Quelle: Florian Wallenwein
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Hannover

Transparenz und Beteiligung sind ein Gebot der Stunde, die Öffentlichkeit fordert sie immer wieder ein. Parteien haben sie sich bei ihrer Programmarbeit und bei politischen Beschlüssen auf die Fahnen geschrieben, Verwaltungen fragen bei manchen Entscheidungsprozessen vorher die Bürger, Vereine und Verbände informieren ihre Mitglieder detailliert darüber, was sie tun und treiben. Bei einigen Industrie- und Handelskammern dagegen ist die neue Offenheit noch nicht angekommen.

Die Neubesetzung des Hauptgeschäftsführers bei der IHK Hannover ist so ein Fall. Die Kammerspitze setzt eine Kommission ein, die wiederum einen externen Berater einschaltet. Der so gefundene Kandidat sollte von den Mitgliedern der Vollversammlung bloß noch ins Amt gehievt werden. Was ihn besser qualifiziert als Mitbewerber, bleibt im Dunkeln. Das mag rechtlich fehlerfrei sein, hat aber Züge von Gutsherrenart. Autohändler Karl-Heinz Kahle ist nicht der einzige Kritiker. Das haben jetzt auch Kammerpräsident Christian Hinsch und der amtierende Hauptgeschäftsführer Horst Schrage bemerkt und vorerst die Reißleine gezogen. Es wird Fingerspitzengefühl brauchen, damit der neue Chef seinen Posten unbeschädigt antreten kann.

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Auch in anderen Dingen stünde der Kammer mehr Transparenz gut zu Gesicht – bei den Gehältern ihrer führenden Mitarbeiter zum Beispiel oder bei ihren Vermögensverhältnissen. Die IHK lebt von den Pflichtbeiträgen der ihr angeschlossenen Unternehmen. Die haben einen Anspruch darauf zu erfahren, was mit ihrem Geld passiert.

Von Bernd Haase