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Kommentar zur Kaufprämie für Elektroautos: Ein weiter Weg zur E-Mobilität

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20:24 31.05.2019
Es gibt noch viel wenige Ladestellen für Elektrofahrzeuge.
Es gibt noch viel wenige Ladestellen für Elektrofahrzeuge. Quelle: Hendrik Schmidt/ZB/dpa
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Hannover

Das ist ausnahmsweise ein Geldgeschenk des Bundes, das nichts zusätzlich kostet: Die Prämie für den E-Autokauf wird um ein Jahr verlängert – weil die Nachfrage so gering war, dass noch viel Geld im Topf ist. Dem Vernehmen nach ist erst ein Drittel des Budgets von 1,2 Milliarden Euro abgerufen. Andere Förderungen werden abgeschafft, wenn sie keine Resonanz auslösen. Dass in diesem Fall einfach die Frist verlängert wird, zeigt: Der Politik mangelt es an Ideen. Dabei liegen die Probleme auf der Hand. E-Autos sind noch zu teuer, die Reichweiten wachsen zu langsam, und mit dem Laden zu Hause klappt es vielfach auch nicht.

In Hannovers Südstadt wird dieser Tage ein Neubauprojekt mit fast 60 Wohnungen fertig. Viele Wohnungseigentümer wollten in der Tiefgarage, als diese ohnehin verkabelt wurde, gleich Ladepunkte für künftige Elektroautos installieren lassen. Dann kam die Überraschung: Die Stadtwerke haben nur Kapazitäten für drei Fahrzeuge. Drei Ladepunkte – mitten im urbansten Gebiet Niedersachsens. Das ist erbärmlich.

Hannover hat sich engagierte Ziele für den Ausbau öffentlicher Ladestationen gesetzt. Der Anspruch ist gut. Allein: Wer will sein Auto schon nachts an öffentlichen Stationen laden? Wenn Stadtbewohner keine Chance haben, ihr Fahrzeug zu Hause über Nacht nachzutanken, kann die Verkehrswende nicht gelingen. Es ist noch ein weiter Weg.

Von Conrad von Meding

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