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Kommentar zur Lufthansa: Kein billiger Flieger

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20:13 17.06.2019
Lufthansa-Maschinen parken am Flughafen von Frankfurt am Main am Rande des Vorfeldes. Quelle: Arne Dedert/dpa
Hannover

Die Idee ist schon etwas älter – im Angesicht der jüngsten Gewinnwarnung der Lufthansa scheint sie aber nicht aus der Welt: Der Billigflieger Ryanair hat bereits vor fünf Jahren angeboten, dem Konkurrenten die lästigen Flüge innerhalb Europas ganz abzunehmen. Die Iren würden demzufolge als Zubringer für deren Drehkreuze in Frankfurt, München und Zürich agieren, die Deutschen könnten sich voll und ganz auf die profitablen Fernstrecken konzentrieren.

Im Kern hat die Lufthansa das Konzept kopiert – nur mit dem Unterschied, dass die Tochter Eurowings die ursprünglich von Ryanair gewünschte Rolle übernimmt. Der Low-Cost-Ableger des Konzerns tut sich damit aber schwer, weil die Konkurrenz im europäischen Luftverkehr nicht kleiner, sondern größer wird. Daran haben auch die Pleiten einzelner Anbieter nichts geändert. Die Überkapazitäten drücken auf die Preise – und zeigen der Lufthansa schmerzlich auf, dass Eurowings mit seinem Kostenniveau kein billiger Flieger sein kann.

Auch Ryanair leidet inzwischen unter den eigenen Kampfpreisen, die Iren haben aber im Zweifel den längeren Atem. Die Lufthansa hat diese Strategie jüngst für ökonomisch und ökologisch verwerflich erklärt – und mag damit richtig liegen. Ignorieren kann sie die Discount-Angebote aus Dublin dennoch nicht. Zudem würde man auch in Frankfurt davon profitieren, wenn es zu der von Ryanair beabsichtigten Konsolidierung der Branche käme: Weniger Wettbewerb wäre auch die Voraussetzung dafür, dass die Lufthansa ihren Platz im europäischen Fluggeschäft behaupten kann.

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