Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Kommentar zur Nord/LB: Allein wird es für die Landesbank schwer
Nachrichten Meinung

Kommentar zur Nord/LB: Allein wird es für die Landesbank schwer

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:52 27.11.2019
Die Nord/LB soll mit einer milliardenschweren Finanzspritze gerettet werden. Die Opposition im niedersächsischen Landtag warnt jedoch vor enormen Risiken. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Die Zweifel der Opposition im Landtag sind nachvollziehbar. Die Norddeutsche Landesbank hat die Erwartungen ihrer Träger in der Vergangenheit schwer enttäuscht. Nur zweimal innerhalb der vergangenen zehn Jahre konnte die Nord/LB Geld ausschütten – seit dem Verfall der Frachtraten in der Containerschifffahrt steckt die Bank in einer Dauerkrise. Dass es nun in kurzer Zeit gelingen soll, für die Bank ein tragfähiges Geschäftsmodell zu finden, erscheint vor diesem Hintergrund zumindest sehr optimistisch.

Erkennbar ist bisher vor allem, was die Nord/LB künftig nicht mehr machen soll: Sie darf keine Schiffe mehr finanzieren und muss ihre Kredite für Flugzeuge deutlich zurückfahren. Weiterlaufen soll hingegen das Geschäft mit erneuerbaren Energien – wobei sich angesichts der Flaute bei der Windkraft die Frage stellt, ob auch in diesem vermeintlichen Boombereich inzwischen die Luft raus ist. Bleibt die Hoffnung auf den Mittelstand, der – eine Belebung der Konjunktur vorausgesetzt – neue Kredite benötigen könnte. Auf dieses Feld fokussiert sich allerdings auch die Konkurrenz, inklusive der Sparkassen, die auch künftig ein wichtiger Träger der Nord/LB sein werden.

Als Alternative zur Rettung aber bliebe nur die Abwicklung. Für die Steuerzahler in Niedersachsen wäre dies – Stand heute – wohl die teurere Variante. Dass sich die Nord/LB dauerhaft allein am Markt behaupten kann, ist zumindest zweifelhaft. Die Träger sollten deshalb darauf hinarbeiten, die Sparkassenfamilie mitsamt ihren Spitzeninstituten neu zu ordnen. Am Ende wird die Nord/LB in einer größeren Einheit aufgehen müssen.

Von Jens Heitmann

Bauern ziehen mit Treckern nach Berlin, die „Fridays“ gehen gegen ihre Arbeit auf die Straße: Der Streit um unsere Ernährung verschärft sich. Das führt so zu nichts, meint HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt.

26.11.2019
Meinung Wirtschaftsstruktur in Niedersachsen Kommentar: Unverzichtbarer Geldstrom aus Wolfsburg

Der Umbruch in der Autoindustrie stellt die Landesregierung vor Herausforderungen. Die Beteiligungsgesellschaft Niedersachsens profitiert vor allem von Volkswagen und kann so etwa auch die Nord/LB-Krise leichter verschmerzen. Problematisch würde es, wenn VW weniger verdiente.

26.11.2019

Hannover setzt ein beeindruckendes Zeichen: Nazi-Demos können nicht einfach so durch die Stadt ziehen. Aber wie ist es mit der rechten Gefahr im Alltag? Da sind Fragen offen, meint HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt.

24.11.2019