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Kommentar zur Oberbürgermeisterwahl: Sind die Parteien so gut wie ihre Kandidaten?

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21:01 07.06.2019
Wer übernimmt las Chef das Rathaus von Hannover? Quelle: Moritz Frankenberg
Hannover

Das Kandidatenfeld für die Oberbürgermeisterwahl steht – zumindest was die Favoriten betrifft. SPD, CDU und Grüne haben ihre Aspiranten benannt, und über alle lässt sich manch Positives sagen. Auf der anderen Seite gibt es gegen jeden der drei Kandidaten einen Kardinalvorbehalt, auf dem die jeweilige Konkurrenz bis zum 27. Oktober nach Kräften herumreiten wird.

Bei Marc Hansmann (SPD) lautet der, er sei als langjähriger Stadtkämmerer doch Teil jenes verklebten Systems im Rathaus, das so dringend eine Erneuerung brauche. Gegen Eckhard Scholz (CDU) wird mancher die Frage ins Feld führen, ob nun ein Automanager von VW in diesen klimabewegten Zeiten der richtige Kandidat sei. Und Belit Onay (Grüne) wird vorgehalten werden, dass ihn jede Führungserfahrung fehle. An allen drei wird ebenfalls auszusetzen sein, dass sie keine Frauen sind, wofür sie schlechterdings nichts können.

Die ersten Duftmarken sind gesetzt

Wer auch immer am Ende die Nase vorn haben wird: Er wird sich mit einer politischen Konstellation im Stadtrat auseinandersetzen müssen, die es in sich hat. Denn dem rot-grün-gelben sogenannten Ampelbündnis fällt es von Tag zu Tag schwerer, die heftigen Gebrauchsspuren ihres wackligen Konstrukts zu verbergen. SPD, FDP und Grüne liegen nicht erst seit gestern heftig über Kreuz. Nicht zuletzt deshalb, weil die liberale Mini-Fraktion sich für den Geschmack der Grünen viel zu gut mit der SPD versteht und viel zu viel durchgedrückt bekommt. Deutlich wurden diese Friktionen in dieser Woche, als die drei Partner völlig unterschiedliche Auffassungen darüber hatten, was denn nun in einem gemeinsamen Antrag stand: Wollte man nun Tempo 30 des nachts in der Stadt oder nicht? Diese Konflikte werden nun umso mehr aufbrechen, wenn man gegeneinander Wahlkampf führt. Die ersten Duftmarken sind schon gesetzt: SPD-Kandidat Hansmann ließ im HAZ-Interview anklingen, man möge wegen des Wohnungsmangels bitte recht schnell Baurecht in der Schwarzen Heide schaffen und den Naturschutz nicht so wichtig nehmen – genau das aber tun die Grünen bisher. Im Gegenzug ließ Grünen-Mann Onay bei seiner Vorstellung wissen, Hansmann mache es sich zu leicht damit, die Rathausaffäre allein als Problem dreier Männer darzustellen. Wobei er den Anteil manch Grünen-Freunds an all den Peinlichkeiten am Trammplatz auch nicht gemeint haben wird.

Die Stadt braucht einen guten neuen OB

Die Stadt braucht einen guten neuen OB – darauf stehen die Chancen nicht schlecht. Den es gibt endlich wieder gute Kandidaten. Die Parteien im Rat werden da mithalten müssen.

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CDU: Scholz will OB werden: Ehemaliger VWN-Chef tritt an

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Von Felix Harbart

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