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Kommentar zur Oberbürgermeisterwahl in Hannover: Wahl ohne Qual 

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09:05 26.10.2019
Die Politik und das Rathaus sind ins Gerede gekommen, meint HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt. Quelle: Sina Schuldt/dpa
Hannover

In diesen Stunden geht in Hannover ein bemerkenswerter Wahlkampf zu Ende. Er hatte alles, was die Auseinandersetzung unter Demokraten auch in komplizierter gewordenen Zeiten auszeichnen kann: gute und glaubwürdige Kandidaten der großen Parteien samt mindestens interessanter Bewerber der kleinen. Klarheit in den Positionen, aber Lockerheit im Ton – und vor allem beeindruckende Sachlichkeit und Fairness auf allen Seiten. Dass etwa die Vertreter von SPD, CDU und Grünen noch in dieser Woche öffentlich miteinander (und nicht übereinander) lachen konnten, war ein gutes Zeichen.

Es ist auch nötig. Hannovers Politik und mit ihr das Rathaus sind längst vom Gespräch ins Gerede gekommen; das ist nicht nur für eine Landeshauptstadt unangenehm. Und es hat Folgen: In unserer jüngsten repräsentativen Umfrage zur Situation in Hannover gaben 45 Prozent der Befragten an, dass ihrer Ansicht nach keine Partei mehr in der Lage sei, die anstehenden Probleme zu lösen. Fast die Hälfte der Menschen also traut der bisherigen politischen Arbeit nicht mehr, ganz unabhängig davon, mit welcher Hintergrundfarbe sie daherkommt. Da wird es gefährlich.

Umso besser war es, dass es in diesem Wahlkampf kaum um parteipolitisches Geklingel und viel um persönliches Profil ging. Zumal die Ereignisse der letzten Zeit den Bürgerinnen und Bürgern vor Augen geführt haben, wie wichtig die persönliche Qualifikation eines Oberbürgermeisters in Hannover ist – und dass sie nicht notwendig mit einer sauberen Parteikarriere zu tun haben muss. So gesehen hat Hannover jetzt ein gutes, breites Angebot auf dem Stimmzettel – für eine Wahl ohne Qual.

Von Hendrik Brandt

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