Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Kommentar zur Staatshilfe für Condor: Air Berlin als warnendes Beispiel
Nachrichten Meinung

Kommentar zur Staatshilfe für Condor: Air Berlin als warnendes Beispiel

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
21:18 24.09.2019
Bekommt Staatshilfe: Die Fluggesellschaft Condor. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Hannover

Wer es mit dem Klimaschutz ernst meint, muss eigentlich froh um jedes Flugzeug sein, das nicht an den Start rollt. Insbesondere die Grünen haben sich zuletzt mit einer so harschen Haltung zu den Dumpingpreisen in der Luftfahrt hervorgetan, dass der Abbau von Kapazitäten ganz in ihrem Sinne sein müsste. Diese Einschätzung hängt aber offenbar stark von regionalen Gegebenheiten ab, wie das Beispiel Hessen zeigt: Sobald die Partei in einer Landesregierung den Wirtschaftsminister stellt, macht sie sich ohne Skrupel dafür stark, die überalterte und viel Kerosin schluckende Flotte eines Ferienfliegers mit Steuermitteln unter Artenschutz zu stellen.

Mit Hilfen dieser Art hat der Fiskus viele schlechte Erfahrungen gemacht – das jüngste Beispiel ist der Absturz von Air Berlin. Der Chartergesellschaft Condor ist es zuletzt zwar gelungen, die Kosten in Richtung eines wettbewerbsfähigen Niveaus zu drücken, dadurch aber füllen sich die Sitze der Maschinen noch nicht von allein. Nach der Pleite des Mutterkonzerns Thomas Cook fallen zudem dessen Urlauber als Fluggäste aus. Und nicht nur das: Condor mangelt es auch an Fluggerät – der Gesellschaft gehören nur wenige Maschinen. Der Rest der Flotte ist gemietet; für den weiteren Betrieb ist die Zustimmung der Leasing-Geber nötig.

Den Bund und das Land Hessen aber schreckt all das nicht ab. Trotz aller Gefahren haben sie sich dafür entschieden, 380 Millionen Euro als Überbrückungskredit zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld könnten beide nur von einem Investor zurückbekommen, der die Gesellschaft oder Teile davon übernimmt. Noch ist keiner in Sicht.

Von Jens Heitmann

Anders als andere deutsche Autohersteller setzt Volkswagen beim Antrieb der Zukunft ausschließlich auf Strom. Die Elektro-Offensive ist eine große Wette. Wenn sie aufgeht, haben die Mitarbeiter im Motorenwerk in Salzgitter eine Perspektive, meint unser Kommentator.

23.09.2019

Hundertausende demonstrieren für eine andere Klimapolitik – und die Bundesregierung enttäuscht sie bitterlich. Es wird Zeit, die Lücke zwischen radikalen Ideen und praktischer Politik zu schließen, meint HAZ-Chefredakteur Hendrik Brandt.

21.09.2019

Die Commerzbank ist auf dem richtigen Weg zu einer Mischform aus traditioneller Beraterbank und digitalem Finanzdienstleister, meint unser Kommentator. Doch das neue Strategieprogramm dürfte kaum ausreichen – eine Fusion wird voraussichtlich wieder ein Thema werden.

20.09.2019