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Kommentar zur zunehmenden Kritik an Vermietern: Wohnungsbau nicht bremsen

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20:52 22.05.2019
Beim Wohnungsbau in Deutschland müssen immer mehr Vorschriften erfüllt werden. Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa
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Hannover

Weit mehr als die Hälfte des Wohnraums in Deutschland gehört privaten Vermietern – und die Mehrheit von ihnen sorgt mit nur moderat steigenden Mieten dafür, dass Wohnungen in der Masse weiterhin erschwinglich sind. Eine Politik, die ständige Preissteigerungen verhindern will, tut daher gut daran, es sich gerade mit den privaten Vermietern nicht mit immer neuen Auflagen zu verscherzen.

Was Bauherren an Vorschriften erfüllen müssen, ist teils absurd. Bodentiefe Fenster sollen dreifach verglast werden, weil sonst Kinder durchfallen könnten. Wer Wohnungstüren einbaut, ob in Neu- oder Altbauten, muss neuerdings jeder Tür einen hydraulischen Schließmechanismus spendieren, damit sich kein Feuer ausbreitet. Davon dürften vor allem Schlüsseldienste profitieren, die ins Schloss gefallene Türen öffnen müssen. Das Bauen aber wird durch viele dieser Details immer teurer – und das treibt die Mieten.

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Dazu kommt die Stimmung am Wohnungsmarkt. Natürlich ist viel Wortgeklingel dabei, wenn der Vorsitzende eines Immobilienverbands schimpft, Eigentümer fühlten sich mittlerweile als „Prügelknaben der Nation“. Wenn aber ein Juso-Vorsitzender im Zuge der Enteignungsdebatte tönt, niemand solle mehr als die eigene Wohnung besitzen, zeugt das von einem seltsamen Verständnis des Immobilienmarkts. Der ist gerade deshalb in Deutschland so ausgewogen, weil verschiedene Anbieter in Konkurrenz stehen: öffentliche und private Wohnbaugesellschaften, Genossenschaften und eben private Vermieter. Diese Dreiteilung sollte niemand infrage stellen, dem bezahlbare Mieten am Herzen liegen.

Von Conrad von Meding

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