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Lüttje Lage: Roller ohne E

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18:52 12.07.2019
Will nicht e-rollern: Felix Harbart Quelle: HAZ

Ich saß am Frühstückstisch und las die Zeitung, den Hund zu meinen Füßen. „Hör dir das an“, sagte ich zu ihm. „Hier steht, dass sich die Unfälle mit diesen modernen E-Rollern häufen und man vielleicht doch lieber die Finger davon lassen soll.“ Der Hund sah sich nicht einmal genötigt, den Kopf zu heben. Ja, was um Himmels Willen habt ihr erwartet, sagte sein Blick.

Was man kann, kann man

Ich las weiter. „Hier sagt ein sogenannter Experte, er würde dazu raten, das Rumfahren auf den Dingern erst einmal abseits belebter Straßen zu üben.“ Der Hund gähnte, um eine Kombination aus Missfallen und Langeweile anzuzeigen. Er für seinen Teil hat das Laufen nicht lange üben müssen, damals, im Kreise seiner acht Geschwister. Das Schwimmen wenig später auch nicht: Tennisball in die Leine – und los. Was man kann, kann man. Was man nicht kann, sollte man lieber sein lassen. So sieht er das.

Gibt’s die nicht auch ohne E?

Ich kam ins Sinnieren: „Weißt du, was ich mich bei der Sache immer frage?“ Es interessierte ihn nicht. Ich fuhr trotzdem fort: „Warum immer nur von E-Rollern die Rede ist. Gibt’s die nicht auch ohne E? Zum selbst Rollern?“ Der Hund sah nun doch empört auf. Du musst das gerade sagen, stand ihm ins Gesicht geschrieben. Du, der du dich immer gemütlich auf dein Fahrrad setzt, während ich nebenher laufen muss, und das in meinem Alter.

Keine schwere Entscheidung

„In Indianapolis haben sie neulich 39 von den Rollern aus einem Kanal in der Innenstadt gefischt“, fuhr ich fort. Was man im Internet nicht so alles liest. Ich setzte nach: „Und wie du weißt, kommen amerikanische Trends immer irgendwann auch bei uns an.“ Der Hund stand auf, schlurfte zu seinem Kissen und ließ sich dort geräuschvoll nieder. Er hielt die Unterhaltung offenkundig für müßig.

Wir werden also keinen E-Roller anschaffen, der Hund und ich. Die Entscheidung fällt uns nicht schwer. Einer von uns beiden hat ja ein Fahrrad.

Von Felix Harbart

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