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Reisebranche: Kommentar: Bei der Tui regiert die Vorsicht

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20:55 10.10.2019
Der Tui-Konzern rechnet nach der Insolvenz von Thomas Cook mit einem starken Kundenzuwachs. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Die Tui hat sich lange für einen Ausbund an Flexibilität gehalten. Während andere Reiseveranstalter nicht in der Lage seien, ihre Kapazitäten der Nachfrage anzupassen, stelle das den Marktführer kaum vor größere Probleme, hieß es. Schon wegen seiner Größe könne der Konzern anders mit Hoteliers und anderen Partnern umspringen als die Konkurrenz. Dieser Glauben hat in diesem Sommer spürbar gelitten: Auch die Tui musste dem Überangebot der Branche an Flugsitzen und Betten Tribut zollen und ihre Gewinnerwartungen deutlich zurückschrauben.

Mit der Insolvenz von Thomas Cook ist vorerst der größte Konkurrent vom Markt verschwunden – dabei muss es jedoch nicht bleiben. Diverse Investoren haben Interesse am Unternehmen selbst beziehungsweise an einzelnen Tochtergesellschaften signalisiert. Durch die Erfahrungen nach der Pleite von Air Berlin ist die Branche gewarnt: Seinerzeit wurde im Kern nur die Verwaltung der Fluggesellschaft abgewickelt, die meisten Maschinen sind noch unterwegs – nur eben bei anderen Airlines. Für eine Konsolidierung, die diesen Namen verdient, reicht das nicht.

Entsprechend vorsichtig reagieren die Wettbewerber auf die ungewisse Lage bei Thomas Cook. Das von der Tui ausgerufene Ziel von einer halben Million neuer Gäste allein in Deutschland klingt zunächst ambitioniert; gemessen an mehr als 50 Millionen Reisenden insgesamt relativiert sich dieser Eindruck schnell. Der Konzern weitet sein Angebot eher vorsichtig aus und begrenzt so sein Risiko. Sollte Thomas Cook in Gänze oder in Teilen wiederauferstehen, könnte man die Kapazitäten schnell wieder kappen – und dem Selbstbild wieder gerechter werden.

Von Jens Heitmann

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