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Meinung Schluss mit dem Label-Chaos
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20:43 11.01.2019
Freiland-Hühner: Der Tierwohl-Gedanke kommt aus der teuren Bio-Ecke heraus.
Freiland-Hühner: Der Tierwohl-Gedanke kommt aus der teuren Bio-Ecke heraus. Quelle: Uwe Anspach/dpa
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Nicht schon wieder ein neues Label! Das denken vermutlich viele Verbraucher, wenn sie die neuen Logos der Initiative Tierwohl zum ersten Mal im Supermarkt sehen. Es gibt schließlich längt diverse Kennzeichnungen, deren Unterschiede kaum jemand versteht. Doch zum Glück geht es nun um mehr: Hinter der Initiative stecken fast alle großen Supermarktketten. Sie wollen das Logo schrittweise für ihr gesamtes Fleischangebot verwenden – und auch alle bisherigen Logos in das vierstufige System einsortieren. Das sorgt für mehr Klarheit beim Einkaufen und ist ein überfälliger Schritt.

Es gibt zwar auch Kritikpunkte. Rewe, Aldi, Edeka und Co. berücksichtigen vor allem die Gestaltung der Ställe. Wie es den Tieren wirklich geht, welche Krankheiten sie haben, wie sie geschlachtet werden, spielt kaum eine Rolle. Wenn die Initiative Tierwohl ihren eigenen Namen ernst nimmt, müsste sie eigentlich weiter gehen. Doch Supermärkte sind keine Tierschutzorganisationen. Ihnen geht es vor allem darum, ihren Kunden ein angenehmes Einkaufserlebnis zu bieten. Dazu müssen sie die verwirrende Siegelflut in geordnete Bahnen lenken.

Am Ende können trotzdem die Tiere profitieren. Denn die Supermarktketten sind die einzigen, die die Marktmacht haben, ein Logo im Bewusstsein der Masse zu verankern. Dadurch kommt der Tierwohl-Gedanke erstmals aus der teuren Bio-Nische heraus. Außerdem haben Tierschützer und Politik die Chance, den Handel zur schrittweisen Verschärfung der Kriterien zu bewegen. Bislang war die Politik allerdings keine Hilfe: Die Bundesregierung kündigt seit vielen Jahren immer wieder ein eigenes Logo an, es ist aber immer noch nicht fertig.

Von Christian Wölbert

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