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Meinung Sendepause für Störenfriede
Nachrichten Meinung Sendepause für Störenfriede
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20:26 15.03.2019
Mobilfunkmast: Lieber schnell ausbauen als grundlos streiten. Quelle: dpa
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 Hannover

Manch einer glaubt, dass Handystrahlung zu Krebs führt. Beweise gibt es dafür nicht. Als gesichert kann jedoch gelten, dass Funkwellen in letzter Zeit den Blutdruck vieler Menschen in die Höhe getrieben haben. Kaum ein Thema hat für so viel Ärger gesorgt wie die anstehende Auktion der 5G-Frequenzen. Netzbetreiber und Politiker funken ständig dazwischen und gefährden damit den Ausbau. Nun muss die Technik aber endlich auf den Markt kommen, damit Deutschlands Rückstand nicht noch größer wird.

Telekom, Vodafone und Telefonica wollen sich neue Konkurrenz vom Leib halten und klagen gegen die Bundesnetzagentur. Diese verteidigt allerdings nur den freien Wettbewerb: Sie will die Netze öffnen und dadurch verhindern, dass ein erlesener Kreis kapitalstarker Frequenzeigentümer die Nutzer schröpft. Es ist gut, dass das Verwaltungsgericht Köln dieses Ziel hochhält.

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Die Politik sollte ebenfalls eine Sendepause einlegen. Eine Reihe von Protagonisten will billige Punkte sammeln und den Netzbetreibern einen flächendeckenden 5G-Ausbau vorschreiben. Das wäre jedoch erstens unbezahlbar und ist zweitens erst in fünf bis zehn Jahren nötig. Funklöcher müssen mit der aktuellen 4G-Technik gestopft werden – und genau dafür sorgt die Netzagentur.

Absurde Züge nimmt auch die Diskussion um Huawei an. Natürlich muss man die Technik des chinesischen Konzerns kritisch durchleuchten. Und natürlich wäre es schöner, wenn wir nicht längst abhängig von ihm wären. Doch solange keine Beweise für Spionage vorliegen, kann man Huawei nicht einfach boykottieren. Zumal auch andere Staaten gerne Big Brother spielen, zum Beispiel die USA. Edward Snowden lässt grüßen.

Von Christian Wölbert

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