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Sonntagsöffnung im Handel: Kommentar: Zu laut gebrüllt

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21:08 31.01.2020
Soll es nach dem Willen des Handelsverbands öfter geben: Kauffreudige Kunden an Sonntagen in den Städten. Quelle: Markus Scholz/dpa
Hannover

Auch bei Umfragen zu verkaufsoffenen Sonntagen hängen die Ergebnisse stark davon ab, wer um die Antworten bittet. Generell gilt: Je näher die Auftraggeber dem Einzelhandel stehen, desto größer fallen die Mehrheiten für eine Liberalisierung der Öffnungszeiten aus. Stehen Kirchen oder Gewerkschaften hinter den Meinungsforschern, lassen die Befragten zumindest eine gewisse Skepsis erkennen. Nur die Abstimmung mit den Füßen fällt immer gleich aus: Sobald die Geschäfte an einem Sonntag tatsächlich ihre Türen öffnen dürfen, sind sie auch voll.

Hinter diesem Phänomen lässt sich ein gehöriges Maß an Scheinheiligkeit vermuten. Aber eine weniger abwertende Erklärung ist ebenso möglich: Die Kunden könnten sich auch nur über die Möglichkeit freuen, ausnahmsweise einmal den zweiten Tag des Wochenendes für Einkäufe nutzen zu können – und dennoch einen Konsum rund um die Uhr ablehnen. So eine differenzierte Sicht würde den prinzipiellen Befürwortern und Gegnern der Sonntagsöffnung jedoch nicht helfen: Sie wollen ja ihre Maximalpositionen durchsetzen und nichts weniger.

Dass der Einzelhandel vor dem „Lebensmittelgipfel“ im Kanzleramt eine Änderung des Grundgesetzes fordert, um die Freiheiten der Kaufleute zu erweitern, dient auch der Provokation. Die Branche steht wegen vermeintlicher Dumpingpreise unter Druck und möchte deshalb an anderer Stelle in die Offensive gehen. Eine solche Taktik ist bei Palaverrunden mit der Politik ein Teil der Tagesordnung – in der Regel geht es nicht darum, konkrete Verbesserungen zu erreichen, sondern Verschlechterungen für die eigene Klientel zu vermeiden.

Von Jens Heitmann

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