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Meinung ADAC: Außer Kontrolle
Nachrichten Meinung ADAC: Außer Kontrolle
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20:46 19.01.2014
Von Hendrik Brandt
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Es geht ja eigentlich nur um die gelben Engel. Also nicht um die merkwürdigen Autoauszeichnungen dieses Namens, sondern um die wunderbaren Pannenhelfer, die rund um die Uhr vielerlei Unterstützung für Autofahrer bereithalten. Ihnen verdankt der ADAC das stetige Wachstum zum inzwischen zweitgrößten Autofahrer-Club dieses Planeten. Alles andere ist für die meisten Mitglieder Beiwerk. Reisebuchungen, Versicherungen, Kreditkarten oder Telefontarife gibt es anderswo auch, nicht selten günstiger.

Weil sich aber mit Ausnahme einer sehr dünnen Funktionärsschicht kaum ein Mitglied für das Leben dieses Vereins mit seinem kolossalen Vermögen interessiert, ist er im Grunde außer Kontrolle. Unter der Führung von Vereinsmeiern einerseits und cleveren Geschäftsstrategen andererseits hat er zugleich eine Dimension erreicht, die Politiker fürchten und Anbieter von Dienstleistungen bei ihrer Kalkulation beachten müssen. Angeblich alles im Interesse der Autofahrer.

In dieser unbeobachteten Selbstzufriedenheit ist auch jene Überheblichkeit gewachsen, die ADAC-Kommunikations­chef Michael Ramstetter nun zum beruflichen Verhängnis wurde. Als aufzufliegen drohte, dass die Club-Mitglieder sich nicht einmal mehr für sein einfaches Auto-Ranking interessieren, fürchtete er nicht ganz zu Unrecht um die Fassade der Veranstaltung - und am Ende womöglich auch um die des Clubs.

Seine kindische Manipulation der Teilnehmerzahl erreicht nun jedoch dasselbe: Der ADAC zeigt schlagartig, wie wenig Leben wirklich in ihm steckt. Die Blamage ist perfekt. Und manches Mitglied wird jetzt vielleicht doch einmal genauer hinsehen, welch seltsamem Verein man da eigentlich angehört. Pannendienste gibt es anderswo ja auch.

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