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Meinung Vor dem Zerfall?
Nachrichten Meinung Vor dem Zerfall?
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21:21 14.08.2013

In Kairo herrscht endgültig der Ausnahmezustand – und niemanden kann das überraschen. Zuerst kam die Hatz der neuen Regierung auf die Muslimbrüder, dann gab es blutige Zusammenstöße zwischen Islamisten und Sicherheitskräften mit mehr als 200 Toten, begleitet von einer Terrorkampagne auf dem Sinai, in der täglich Soldaten starben. Zugleich fehlt allen politischen Akteuren die Bereitschaft, einen Kompromiss auch nur anzudenken. So entsteht das Pulver für den nächsten Bürgerkrieg in Nahost.

Der Beschluss der Armee, den überwiegend friedlichen Dauerprotest der Muslimbrüder gewaltsam aufzulösen, schiebt jedem Ausgleich zwischen den Kontrahenten einen schweren Riegel vor.

Die Armee, die den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi stürzte, war von Anfang an so wenig auf Dialog aus, wie die Muslimbrüder bereit waren, ihre Macht zu teilen. Das Spiel erreicht nun seinen traurigen Höhepunkt. Dass die Führungsspitze der Islamisten noch nicht offen zum „Heiligen Krieg“ gegen die eigene Armee aufrief, ist dabei vorerst der einzige Lichtblick. Doch nach der bru­talen Auflösung ihrer Proteste, der Schließung ihrer Medien, der Verhaftung ihrer Führer und der Ermordung ihrer Akti­visten stehen den Muslimbrüdern nur noch zwei Optionen offen: klein beigeben oder aus dem Untergrund zurückschlagen – mit Attentaten und Entführungen.

So kommen auf Ägypten schwere Zeiten zu. Statt Sicherheit droht internationale Isolation, wenn Menschenrechte wieder mit Füßen getreten werden. Statt Aufschwung droht Armut, weil Touristen und Investitionen ausbleiben und Wirtschaftsreformen nicht möglich sind. Statt Solidarität drohen religiöse Konflikte und Bürgerkrieg. Mittwoch könnte als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem Ägyptens Zerfall begann.

Von Gil Yaron

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