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Meinung Alexander Dahl zum Steuerstreit
Nachrichten Meinung Alexander Dahl zum Steuerstreit
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06:15 04.04.2012
Von Alexander Dahl
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Die Beamten hatten einst konspirativ eine CD mit den Daten deutscher Steuerbetrüger gekauft, weil diese ihr Schwarzgeld in die Alpenfestung verschoben hatten. Sicher war das Vorgehen kein feiner Zug, aber die seit Jahrzehnten vorherrschende Schweizer Interpretation des Begriffs Bankgeheimnis ist es auch nicht: Von Ausländern wird servil kassiert, was reinkommt, um Gesetze und Straftatbestände anderer Länder schert man sich in Bern, Zürich und anderswo nicht. Zur Erinnerung: Selbst Geschäfte mit den Nazis oder Diktatoren späterer Jahre waren nie tabu – eine Form der Neutralität ganz im Sinne der Alpenbanker.

Diese Sicht ist schon sehr lange pure Heuchelei. Bereits in den 1930er Jahren führte die Schweiz eine Abgeltungssteuer auf Zinserträge für die Eidgenossen ein. Offenbar war man der berechtigten Auffassung, dass das Vertrauen auf Ehrlichkeit selbst bei Schweizern nicht ausreicht, um dem Staat die ihm zustehenden Einnahmen zu verschaffen. Die Schweiz muss respektieren, dass andere Länder auch darauf dringen, dass Steuerhinterziehung wirksam bekämpft wird.

Es gibt daher keinen Anlass, dass Berlin in den Verhandlungen über das Steuerabkommen mit Bern nachgiebig wird. Auch die Vereinigten Staaten pochen auf Steuertransparenz und haben bereits gedroht, das Gebaren der Schweizer Banken in den USA einzuschränken. Das Geschäftsmodell, mit fremdem Schwarzgeld die Kasse zu füllen, hat sich überlebt. Auch die trotzigen Haftbefehle werden es nicht retten.

Volker Goebel 04.04.2012
06.06.2013
Reinhard Urschel 30.03.2012