Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Alles spricht 
für Gauck
Nachrichten Meinung Alles spricht 
für Gauck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:17 27.04.2015
Anzeige

Ausgerechnet der Außenminister, sonst schon qua Amt die Vorsicht in Person, lehnt sich aus dem Fenster: Frank-Walter Steinmeier bringt eine Neuauflage von Joachim Gauck ins Gespräch. Und das, obwohl dem früheren Kanzlerkandidaten selbst Ambitionen auf das höchste Staatsamt nachgesagt wurden. Damit löst der Sozialdemokrat eine Debatte aus, die sich nicht eben aufgedrängt hat. Sie wird nicht allen seinen Parteifreunden gefallen, denen der Bundespräsident mit seinem Freiheitsmantra und den pointierten Aussagen zur deutschen Verantwortung in der Welt zu konservativ auftritt. Man muss nicht lange darüber spekulieren, ob Steinmeier nur ablenken wollte oder ob er Gauck ein wenig drängeln wollte. Denn der Bundespräsident schweigt beharrlich zu seinen Zukunftsplänen und das ist auch konsequent. Die Frage steht nicht an. Punkt.

Das Format hätte der Rostocker. Nachdem Gauck sich im ersten Jahr mit einer eigenständigen Amtsinterpretation schwertat, hat er seine Rolle gefunden: als wortgewandter und unabhängiger Präsident, der hohes Ansehen im In- und Ausland genießt. Und er will 
einer sein, der nicht zuletzt außenpolitische Impulse setzt.

Anzeige

Die SPD wäre schon deshalb schlecht beraten, andere Kandidaten auf Partei-Ticket nach vorne zu schieben. Die Union, die sich inzwischen für den anfangs ungeliebten Wulff-Nachfolger erwärmen kann, wird Gauck hofieren. Die Alternativen sind schwer erkennbar. Am ehesten kämen noch Bundestagspräsident Norbert Lammert oder Ursula von der Leyen in Betracht. Es hätte Charme, wenn erstmals eine Frau ins Bellevue einziehen könnte. Doch auch von der Leyen ist nicht die Traumkandidatin der Kanzlerin – und in der Großen Koalition schwer durchsetzbar. Wenn Gauck es also will, dann wird ihm wohl niemand die zweite Amtszeit verwehren können.

Stefan Winter 27.04.2015
Meinung Kommentar zum Flüchtlingsgipfel - Europa in der Schockstarre
Jörg Kallmeyer 25.04.2015
Helmuth Klausing 25.04.2015