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08:24 31.07.2010
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Und Fini, wollte er nicht in der faden Prinz-Charles-Rolle des ewig Ungekrönten enden, musste etwas unternehmen.

Fini – als Präsident des Abgeordnetenhauses mehr Staats- als Parteimann – zielt mit seiner stark moralischen Kritik nicht nur auf Berlusconi persönlich, sondern auf den „Berlusconismus“, dieses ganze inzwischen etablierte Machtsystem. Fini wollte Legalität statt Günstlingsherrschaft, Ausrichtung am Gemeinwohl statt Selbstbedienung – er wollte nicht weniger als eine Revolution in der Partei. Doch das Kalkül ging nicht auf, die Partei wollte nicht mit, die Zeit war nicht reif, und weil Fini das Formen eigener Truppen vernachlässigt hat, ist er gescheitert.

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Berlusconi wiederum zeigt mit seiner aggressiven Verdrängung der Moralfrage nur allzu deutlich, wie er Politik immer schon verstanden hat und weiter verstehen will. Aber der Bruch der Partei geht mit einer Erosion ihrer bisherigen Wählerschaft einher. Wenn Berlusconi mal wieder Recht und Gerichte auf gerissene Art umgangen hatte, ließen manche Italiener das noch hingehen. Die Ächtung Finis aber bringt dem Regierungschef keine Punkte bei den Bürgern mehr. Berlusconi ist angezählt, sein K. o. nahe. Nur: Wer Italien nach ihm regieren soll, weiß niemand. Es ist die Malaise eines Landes, das keine Perspektive sieht.

Paul Kreiner

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