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Meinung Böses Erwachen für die Kämmerer
Nachrichten Meinung Böses Erwachen für die Kämmerer
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00:19 23.01.2015
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Dass die Städte in der Schweiz günstige Kredite aufgenommen haben, ist verständlich: Etwas Solideres als das Nachbarland und seine Währung ist kaum vorstellbar. Und die unter hohen Finanzlasten ächzenden Kommunen wollen sich keine Sparmöglichkeiten entgehen lassen – und es ging ja auch relativ lange gut.

Doch nun kommt das böse Erwachen: Die Schweiz hat die Koppelung des Franken an den Euro aufgegeben und ihre Währung in der Folge stark an Wert gewonnen. Dies ist Pech für die deutschen Städte, doch damit allein lassen sich die drohenden Verluste nicht entschuldigen. Für die Kredite in der Schweiz werden zwar kaum Zinsen fällig, doch sie haben eben einen weiteren Preis: Wer sich in einer fremden Währung verschuldet, muss mit Wechselkursrisiken rechnen. Das haben die betroffenen deutschen Kommunen vernachlässigt.

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Bei der Stadt Hannover halten sich die Kredite in der Schweiz im Vergleich zu anderen Kommunen einigermaßen in Grenzen – erschreckend sind sie dennoch. Die Risiken solcher Darlehen sind zwar nicht so hoch wie etwa bei manchen komplizierten Zinswetten, mit denen sich vor einigen Jahren etliche Kommunen die Finger verbrannten. Doch von Fremdwährungskrediten sollten Kämmerer die Finger lassen, zumal auch in Deutschland Kredite ungewöhnlich günstig sind.

Die Kommunen können jetzt nur hoffen, dass sich die Währungsturbulenzen wieder beruhigen und aus Buchverlusten keine tatsächlichen Verluste werden. Bis auf Weiteres sieht es jedoch nicht so aus, dass der Euro wieder an Wert gewinnt. Im Gegenteil: Sollte die EZB die Geldschleusen noch weiter öffnen, dürfte das die europäische Gemeinschaftswährung eher weiter abwerten.

Marina Kormbaki 19.01.2015
19.01.2015