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Meinung Davos und die zerbrechende Welt
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19:36 23.01.2018
„Creating a shared future in a fractured world“ lautet das Motto des Weltwirtschaftsforums in Davos. Quelle: dpa
Davos

In Davos drohen bei der diesjährigen Gala der Globalisierung ungewohnte Missklänge. Eigentlich soll das Treffen im Schnee ja ungezwungen sein und den Reichen und Mächtigen helfen, einander einfach mal etwas näher zu kommen. Tagsüber tauscht man kluge Gedanken aus zur Lage der Welt, abends fasst man bei einem Absacker vielleicht schon wieder schöne neue Geschäfte ins Auge.

In diesem Jahr aber ist alles etwas anders, als seien dunkle Wolken aufgezogen über den Schweizer Bergen. Man rechnet in Davos mit einem Gast aus den USA, Donald Trump, der als erster amerikanischer Präsident auf diesem Forum statt Weltoffenheit Nationalismus predigt. Und man rechnet mit Demonstranten, die das inzwischen mehr als makabre Missverhältnis zwischen Reich und Arm auf diesem Globus zur Sprache bringen wollen. Spannungen haben sich aufgebaut, die sich krachend entladen können.

Die Macher des Weltwirtschaftsforums scheinen all dies gespürt zu haben. Ihr diesmal ungewohnt zaghaft formuliertes Motto heißt: „Creating a shared future in a fractured world“ – wobei zwei deutsche Übersetzungen kursieren: eine, die von einer gemeinsamen Zukunft „in einer brüchigen Welt“ spricht, und eine, die noch düsterer wird: „in einer zerbrochenen Welt“. Vielleicht träfe eine dritte Variante die gegenwärtigen globalen Stimmungen und Tendenzen noch besser. „Die Schönheit einer zerbrechenden Welt“ nannte einst das Sprengel Museum in Hannover eine Schau strahlender Werke von Franz Marc, August Macke und Robert Delaunay aus den Vorkriegsjahren 1910 bis 1914.

Gegenmittel: Mindeststeuersätze für Konzerne

Viele ahnen heute, dass dem fröhlichen Boom in den westlichen Industriestaaten bald etwas anderes, Unheilvolles folgen könnte. Der Dax erreichte am Dienstag ein Allzeithoch, in New York schraubt sich der Dow Jones nach oben, zugleich aber wird der Rest der Welt materiell abgehängt. Die Entwicklungsorganisation Oxfam meldet, dass das reichste Hundertstel der Menschen auf der Erde mehr Vermögen besitzt als die unteren 99 Prozent. Wie lange kann das gut gehen?

Karl Marx, vor 200 Jahren geboren, könnte heute für manche seiner alten Theorien neue Bestätigungen finden. Rund um die Welt belohnen die Staaten Reichtum viel zu sehr und Arbeit viel zu wenig. Eines der Gegenmittel wären weltweite Mindeststeuersätze für Konzerne. Trump jedoch galoppiert genau in die andere Richtung; er setzt, immer „America first“, im Alleingang einen Steuersenkungswettlauf in Gang.

Gemeinsame Zukunft? Dazu wird der Redner Trump am Ende der Woche in Davos nicht viel sagen können. Er wird, ganz schlicht, die anwesenden Manager auffordern, Fabriken etwa aus Europa, Lateinamerika oder Asien in sein Land zu verlegen. Wirtschaftsnationalisten wie er lassen, wenn ein kurzfristiger Vorteil winkt, die Welt gern weiter zerbrechen.

Von Matthias Koch/RND

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