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Meinung Der hohe Preis 
der Gesundheit
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der Gesundheit
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22:05 04.06.2015
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Die gute Nachricht lautet, dass die Deutschen immer länger leben. Nach einer aktuellen Mitteilung des Statistischen Bundesamtes können Männer, die heute 65 sind, mit noch rund 17 Jahren bis zum Tod rechnen, gleichaltrige Frauen sogar mit noch 20 Jahren. Das sind natürlich statistische Durchschnittswerte, jeder Einzelfall liegt anders, aber klar ist auch: Vor 30 Jahren war die Lebenserwartung im Schnitt fünf Jahre niedriger. Die Einschätzung, wer noch als jung und wer schon als alt gelten kann, verschiebt sich in der öffentlichen Wahrnehmung nach hinten.

Diese Entwicklung hat aber auch eine Kehrseite, und die wird in der gestrigen Mitteilung der Spitzenverbände der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) deutlich. Die Deutschen werden, so die GKV, in den nächsten Jahren mehr für ihre Krankenkasse berappen müssen. Der Beitragssatz könne in vier Jahren von heute 15,5 auf bis zu 
16,4 Prozent des Bruttoeinkommens steigen. Nun kommen wieder die üblichen Fragen: Haben wir genügend Wettbewerb zwischen den Kassen, sodass keine von ihnen die Beitragseinnahmen in teuren Verwaltungsstrukturen versickern lassen kann? Sollte auch der Arbeitgeberanteil erhöht werden, oder wäre das – wie die Unternehmen warnen – Gift für die Wirtschaft? Gibt es in der Arzneimittelindustrie schon genügend Transparenz? Leisten wir uns zu viele und die falschen Krankenhäuser?

Viele Menschen leben heute gesünder als ihre Eltern und Großeltern. Sie rauchen weniger, trinken weniger und treiben mehr Sport. Aber wahr ist auch: Die Krankheitsbilder verändern sich, die psychischen Probleme im Arbeitsleben nehmen zu. Wir werden mehr mit 
Demenz und Altersdepression zu tun bekommen. Das Gesundheitssystem muss darauf mit neuen Wegen reagieren, und das dürfte für die Versicherten eine teure Angelegenheit werden.

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