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Meinung Der neue starke Mann der SPD
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08:44 15.12.2013
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Alles oder nichts. Sigmar Gabriel macht keine halben Sachen, er ist ein Mann der Extreme. Im Wahlkampf hat er viel falsch gemacht, nach der bitteren Niederlage aber alles richtig. Das von ihm angeschobene Mitgliedervotum war ein Meisterstück. Es war ein kräftiges Belebungsmittel für die Partei nach der bösen Wahlschlappe, der Türöffner für Schwarz-Rot, ein höchst wirksames Druckmittel in den Koalitionsverhandlungen und ein Rettungsring in eigener Sache. Gabriels Mitverantwortung am 25,7 Prozent-Ergebnis ist gar nicht erst zum Thema geworden. Die SPD berauscht sich jetzt daran, was sie daraus gemacht hat.

Das sensationell klare Ja zur Großen Koalition war nicht abzusehen, als sich der Niedersachse zu diesem spektakulären Schritt entschloss. Die Mitgliederabstimmung hätte für ihn auch gründlich schief gehen können. Bei einem Nein wäre er als Parteichef am Ende gewesen. Gabriel hat das Risiko nicht gescheut, er hat im entscheidenden Moment Führungsqualität gezeigt. Der Erfolg des Mitgliedervotums ist deshalb für ihn ein Triumph auf ganzer Linie. So stark wie er war lange kein SPD-Chef mehr. Neun Vorsitzende hat die Partei seit 1987 verbraucht, dem Ende der Ära Willy Brandt. Keiner blieb mehr als fünf Jahre im Amt. Mit Gabriel könnte das jetzt anders werden. Das Fundament für eine längere Zeit an der Spitze der Sozialdemokratie hat er gelegt.

Alles oder nichts – mit der Devise steigt der SPD-Vormann offenbar auch in die Regierung ein. Als voraussichtlicher Superminister für Wirtschaft und Energie verantwortet er nicht nur die komplette Energiewende. Er will auch wettmachen, was er als entscheidendes Defizit seiner Partei ausgemacht hat: die fehlende Wirtschaftskompetenz. Eine große Aufgabe – und ein großes Risiko, daran zu scheitern. Denn auch das gehört zur SPD. Sie sehnt sich nach starker Führung, aber wehe sie bekommt diese. Die Genossen sind Meister darin, ihre Topleute mürbe zu machen. Manche wollen auch den neuen „Super Siggi“ ein bisschen bremsen. Ob er Nordlicht Ralf Stegner, seinen Mann für den Generalssekretärsposten durchsetzen kann, könnte ein erster Testfall werden.

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