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Meinung Eine kleine Gruppe
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22:05 21.12.2010
Von Gabi Stief
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Auch die genetische Untersuchung einer befruchteten Eizelle in der Petrischale ist möglich – doch sollte alles erlaubt sein, was möglich ist? Muss nicht der Staat Grenzen setzen, wenn der Fortschritt sich anmaßt, bei der Menschwerdung korrigierend einzugreifen?

Die Gefahren der Präimplantations­diagnostik (PID) sind offensichtlich. Es soll US-Kliniken geben, die ein vorgeburtliches Auswahlprogramm fürs Wunschkind anbieten – kein Mädchen, sondern einen Jungen, mit blauen statt braunen Augen. Aber es gibt auch die anderen Fälle: Paare, die sich sehnlichst ein Kind wünschen und zugleich befürchten müssen, aufgrund ihrer Erbanlagen ein krankes, behindertes Kind zur Welt zu bringen.

Der Gesetzentwurf, der jetzt vorliegt, will nur dieser kleinen Gruppe eine Chance bieten. Es ist ein behutsamer, ethisch vertretbarer Versuch, Leid zu verhindern und Paaren das Recht einzuräumen, diese Werteentscheidung selbst zu treffen. Die Initiatoren bekräftigen das Verbot der PID, aber sie sagen auch: Der Staat muss Ausnahmen zulassen.

Dies ist nur allzu konsequent. Es kann nicht sein, dass die PID tabu ist, aber der spätere Schwangerschaftsabbruch – in Ausnahmefällen – erlaubt. Zu einer ehrlichen Debatte gehört auch: Bereits heute wird die PID von deutschen Paaren genutzt. Zumindest von jenen, die sich eine Klinikbehandlung in den Nachbarländern leisten können.

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