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Meinung Ernüchternd
Nachrichten Meinung Ernüchternd
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09:41 22.10.2010
Von Dirk Schmaler

Das Ergebnis ist für die große Schar der Google-Gegner ernüchternd: Lediglich drei Prozent der deutschen Großstädter haben der Veröffentlichung ihrer Hausfassade im Internet vorab widersprochen. Den restlichen 97 Prozent war die Veröffentlichung offensichtlich egal, sie haben sich trotz zweimonatiger Frist nicht gerührt.

Der nur verhaltene Widerspruch hat mehrere Gründe. Allen voran das Einspruchsprozedere selbst. Wer sein eigenes Haus nicht im Internet sehen wollte, musste dem US-Konzern seinen Namen, seine Adresse und eine Beschreibung seines Hauses schicken – ausgerechnet jene Informationen, die die Verweigerer eigentlich gern für sich behalten hätten. Ein absurdes, geradezu abschreckendes Verfahren.

Viele haben sich auch mit dem Bilderdienst selbst längst arrangiert. Das 3-D-Foto von einer Hausfassade im Internet ist für die allermeisten Menschen keine Horrorvorstellung. Die Außenaufnahmen waren von Anfang an nur das greifbare Symbol einer tieferen Befürchtung. Um die Aufregung um Street View in den vergangenen Monaten zu verstehen, muss man in den Blick nehmen, wie monströs das ganze Datensammelprojekt ist. Da will ein Unternehmen die ganze Welt fotografieren. Und damit nicht genug. Es will die Welt beschriften, verknüpfen, digitalisieren, sortieren, entprivatisieren – die Google-Autos haben sogar beim Fotografieren noch die persönlichen Funknetzwerke der Hausbewohner angezapft. In diesem geradezu totalitären Anspruch liegt die Bedrohung. Dagegen ist das Widerspruchsformular zwecklos.

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