Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Frank Lindscheid über Rösler und Brüderle
Nachrichten Meinung Frank Lindscheid über Rösler und Brüderle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:22 21.01.2013

Am Tag nach dem Urnengang ist entschieden: Philipp Rösler bleibt FDP-Chef, was immer das heißen mag. Selbst diejenigen, wie der Kieler Wolfgang Kubicki, die vorher den Daumen gesenkt hatten, mussten Rösler nach dem sensationellen Zehn-Prozent-Resultat akklamieren.

Tatsächlich steht der der Parteichef kaum besser da. Denn alle Welt hat inzwischen erfahren, dass die wundersame Heilung der FDP auf hunderttausend Leihstimmen aus dem Unionslager zurückzuführen ist - und nicht auf die eigene freidemokratische Anziehungskraft. Die FDP - der Scheinriese der Parteienlandschaft.

Und Fraktionschef Rainer Brüderle, schon lange der eigentlich starke Mann der Partei,  übernimmt fortan als „Spitzenmann“ die Außendarstellung der FDP. Das liegt etwa auf der Linie, die sich für den Fall eines einigermaßen erträglichen Abschneidens schon vor dem Sonntag abzeichnete. Zwar ist von Rösler nach wie vor im Kreis der Spitzen-Liberalen kaum noch jemand begeistert. Aber ein „Königsmord“ nach dem „triumphalen“ Ergebnis in Niedersachsen wäre nach außen auch ein höchst problematisches Signal gewesen. Darauf mag Rösler spekuliert haben, als er seinen Rückzug anbot.

Eine glaubwürdige personelle Alternative stand ohnehin nicht bereit. Brüderle hat kein Interesse an dem Kärrnerjob, Spitzenmann Christian Linder hält sich noch in Deckung. Und Parteivize Leutheusser-Schnarrenberger wäre ohnehin nur als Notbesetzung in Frage gekommen.

Jetzt darf der nette Herr Rösler bleiben, wenn auch als ein Art liberaler Polit-Zombie, der durch den Hintergrund stolpert. Aus Sicht der FDP ist das die Lösung des kleinsten politischen Schadens. Ob sie im Herbst die Wähler überzeugt, bleibt die andere Frage. Für eine Zweitstimmen-Strategie in größerem Umfang steht die Merkel-Union dann nicht mehr bereit. Dieser Sonntag sollte keine Illusionen nähren: FDP ist noch lange nicht über den Berg.

Von Frank Lindscheid

Der angehende Ministerpräsident Stephan Weil weiß es, und seine grünen Koalitionspartner wissen es auch: Erdrutschsiege gehen anders. Was Niedersachsen in der Nacht zum Montag erlebt hat, war alles andere als eine wuchtige Richtungsentscheidung.

21.01.2013

Eine starke SPD in der Stadt und – anders als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren – auch im Umland: In der Region Hannover, so scheint es, hat es am Sonntag zumindest einen kleinen Stephan-Weil-Bonus für die Sozialdemokraten gegeben.

Volker Goebel 23.01.2013

Eine starke SPD in der Stadt und – anders als bei der Landtagswahl vor fünf Jahren – auch im Umland: In der Region Hannover, so scheint es, hat es am Sonntag zumindest einen kleinen Stephan-Weil-Bonus für die Sozialdemokraten gegeben.

Volker Goebel 23.01.2013