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Meinung Frank Schober über das Abschneiden der Schwimmer
Nachrichten Meinung Frank Schober über das Abschneiden der Schwimmer
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06:15 01.08.2012
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London

Selbst wenn die Trainer die Schuld auf sich nehmen und ihre Athleten in Schutz nehmen: Derartige taktische Fehler dürfen bei Olympischen Spielen nicht passieren. Olympia ist kein Experimentierfeld. Ganz abgesehen davon, dass ein großer Teil des Teams zum Höhepunkt mal wieder seiner Form hinterherschwimmt.

Wenn Biedermann-Coach Frank Embacher seinem Schützling empfiehlt, entgegen jeglicher Gewohnheit (zu) schnell anzugehen und den Beinschlag zu forcieren, womit der Körper des Hallensers energetisch geschwächt wird, dann grenzt das an Laienhaftigkeit, entspricht die Rennvorbereitung Kreisklasse- statt Weltklasse-Niveau. Bei Olympia kann man nur das zeigen, was man vier Jahre lang geübt hat. Und dies ist in dieser Sportart recht einfach, weil jeder auf seiner Bahn schwimmt, vom Gegner nicht bedrängt wird und sein Rennen individuell einteilen kann.

Wenn die Staffeltrainer Britta Steffen empfehlen, im Vorlauf nicht 100 Prozent zu geben, dann kann man nur noch den Kopf schütteln. Haben die Schwimmer denn ihre Desaster der Spiele von Sydney und Peking (und teilweise Athen) so schnell vergessen? Es ist unglaublich. Das Team wirkt nach der Demission von Bundestrainer Dirk Lange kopf- und führungslos. Entsprechend tritt es in London auf. Dies darf sich der DOSB nicht länger gefallen lassen.

27.07.2012