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02:15 16.12.2015
Die Steigerung der Wahlbeteiligung am Sonntag weist zwar daraufhin, dass viele der Wunsch an die Urnen trieb, den Front National zu verhindern.
Die Steigerung der Wahlbeteiligung am Sonntag weist zwar daraufhin, dass viele der Wunsch an die Urnen trieb, den Front National zu verhindern.  Quelle: dpa
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Zunächst positionierten sich die extremen Rechten mit einem Rekord-Ergebnis an der Spitze von sechs der 13 Regionen und ließen sowohl die konservativen Republikaner als auch die regierenden Sozialisten hinter sich.

Die Steigerung der Wahlbeteiligung am Sonntag weist zwar daraufhin, dass viele der Wunsch an die Urnen trieb, den Front National zu verhindern. Marine Le Pen bleibt aber die heimliche Siegerin der Abstimmung, auch wenn sie sogar in ihrer eigenen Bastion im Norden unterlag. Und obwohl es der Partei schließlich nicht gelang, ihre kühnsten Träume wahrzumachen und bis zu vier Regionen zu erobern, erlebt sie einen Triumph.
Denn einmal mehr stand Le Pen im Zentrum aller Debatten und trieb die anderen Parteien vor sich her. Mehr denn je kann sie sich nun als Opfer eines Systems darstellen, das dem „Sprachrohr des Volkes“, als das sie sich so gerne bezeichnet, den Weg versperrt. Denn der Front National scheiterte, weil es ihm anders als den bürgerlichen Parteien an Möglichkeiten fehlt, dank Zusammenlegungen von Wahllisten anderer Bewegungen genügend Stimmen für einen absoluten Sieg zu sammeln. In seinen beiden stärksten Regionen im Nord- und Südosten versperrten ihm zudem die Sozialisten mit einer „republikanischen Front“ den Weg, indem sie die eigenen Kandidaten zurückzogen, um die Gewinnchancen der Konservativen zu erhöhen.

Dieses Kalkül ist aufgegangen, aber zurück bleibt die Erkenntnis, dass es solcher umstrittener und für die Sozialisten schmerzhafter Strategien bedarf, um den Front National am Regieren zu hindern. Wie bei allen Wahlen der letzten Jahre hat er erneut an Stimmen zugelegt und seine regionale Macht ausgebaut, auch im Westen und im Zentrum des Landes, wo er lange nicht Fuß fassen konnte. Das gilt als Voraussetzung für ein gutes Ergebnis, vielleicht sogar ein Erreichen der Stichwahl bei der Präsidentschaftswahl 2017 – und dieses Ziel ist Le Pen deutlich wichtiger als der Sieg eines Regionalparlamentes mit nur geringen Machtbefugnissen.
Seit die 47-Jährige an der Parteispitze steht, erschüttert sie Frankreichs politische Landschaft, in der sich bislang zwei Kräfte um die Macht stritten. Eben auf diesem Mangel an Alternativen fußt ihr Erfolg. Und er wird bleiben, solange die anderen Parteien die Menschen weiterhin verdrießen.

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