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22:19 07.02.2011
Von Stefan Koch

Überraschend leidenschaftlich streitet das politische Berlin über die Rolle Deutschlands als Krisenmoderator. Doch wirklich gewonnen ist mit dieser Debatte wenig.

Der Umbruch in Ägypten ist eine Zeitenwende, die die arabische Welt von Grund auf verändert. Dagegen kommt die Frage, wohin mit dem alten autoritären Herrscher, einer Fußnote gleich. Zu Recht verlangen die Demonstranten Verfassungsänderungen, echte Pressefreiheit und ein Ende des Ausnahmezustands. Der mächtige Geheimdienstapparat muss endlich in die Schranken gewiesen und die Folter hinter Gefängnismauern gestoppt werden.

Doch niemand vermag zu sagen, in welche politische Richtung die Regimegegner am Ende drängen. Bis auf die umstrittene Muslimbruderschaft fehlt es im Lager der Protestierenden an festen politischen Strukturen. Auf einen Sieg der demokratisch gesinnten Kräfte, die eine friedliche Nachbarschaft zu Israel pflegen wollen, kann man nur hoffen. Sicher ist er leider nicht. Die Ereignisse 1979 im Iran bleiben eine Warnung, dass eine Revolution freiheitsliebend beginnen und in einer neuen Diktatur enden kann.

In diesen brisanten Tagen ist Berlin daher gut beraten, das Selbstbestimmungsrecht der Ägypter zu betonen und auf die Einhaltung der Menschen- und Bürgerrechte zu pochen. Wenn es dem friedlichen Reformprozess dient, wäre es klug, sich den Exil-Plänen von Husni Mubarak nicht in den Weg zu stellen – um eine unnötige Eskalation in Kairo zu verhindern. Einen Diktator im Ruhestand zu beherbergen, wäre eine Belastung für jeden Rechtsstaat, könnte aber in Kairo vielen Menschen das Leben retten.

Meinung Andreas Geldner zu Ägypten - Zu behutsam

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