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Meinung Gerd Höhler über die Türkei
Nachrichten Meinung Gerd Höhler über die Türkei
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21:02 02.06.2013

Wie trügerisch diese Stabilität ist, zeigen die Unruhen, die sich am Wochenende wie ein Flächenbrand über das ganze Land ausbreiteten. Was als Protest gegen die Zerstörung und Bebauung eines Parks in Istanbul begann, wird zum Aufbegehren gegen den zunehmend autoritären Führungsstil des Premiers. Erdogan will mit Bauvorhaben, zu denen auch eine Riesen-Moschee auf dem Camlica-Hügel über dem Bosporus gehört, der Stadt  seinen Stempel aufdrücken, will sich verewigen, wie es einst die Sultane taten.

Seine Großvorhaben haben einen gemeinsamen Nenner: Es fehlt der gesellschaftliche Konsens. Die Bürger fühlen sich übergangen. Jetzt entlädt sich der aufgestaute Zorn der Menschen auf die Arroganz der Macht, auf die islamisch-konservative Regierung, die der Gesellschaft ihre religiösen Vorstellungen aufzwingen will – zum Beispiel mit den Alkoholverboten, die Erdogan jüngst im Eilverfahren durchs Parlament peitschte.

Jahr für Jahr listen die EU-Kommission und Menschenrechtsorganisationen Demokratiedefizite in der Türkei auf. Sie reichen von Repressionen gegen Minderheiten über Einschränkungen bei der Meinungs- und Pressefreiheit bis hin zur Polizeiwillkür, wie sie bei den brutalen Einsätzen gegen die Demonstranten einmal mehr zu beobachten ist.

Der Premier treibt die Eskalation weiter voran, er spielt mit dem Feuer. Istanbul ist nicht Kairo, Erdogan kein Mubarak, der Taksim ist nicht der Tahrir-Platz. Aber die Bilder beginnen sich beunruhigend zu ähneln.

Die Abmahnung eines windigen Anwaltsbüros wegen angeblichen Missbrauchs von Klingeltönen, die Auseinandersetzung mit dem Reisebüro nach dem von Kakerlaken vergällten Urlaub, der Stress mit der Krankenversicherung wegen der Gehhilfe nach der Meniskus-OP, die unergründlich hohe Telefonrechnung – das alles stürzt hoffentlich nicht auf einmal auf einen einzelnen Menschen ein.

Reinhard Urschel 02.06.2013

Mit Hochwasser ist nicht zu spaßen. Deshalb ist es gut, dass Hannover sich früh vorbereitet hat. Weil heftige Starkregen künftig häufiger zu erwarten sind, wird es aber weiter Anstrengungen geben müssen – trotz der Multimillionenprojekte zum Hochwasserschutz, meint Conrad von Meding.

01.06.2013

Nur Schafe lassen sich zählen!“ Richtig, der Spruch ist schon einige Jahre alt. Er schallte den armen Statistikern entgegen, die im Jahr 1987 mit Fragebögen in der Hand an den Türen der Deutschen klingelten.

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