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Meinung In der Todeszone
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21:11 02.01.2011
Von Matthias Koch

Westerwelle leidet doppelt: unter den säuretriefenden öffentlichen Bemerkungen seiner Kritiker, wonach „er allein“ nun entscheiden müsse, ob er bleiben wolle oder nicht. Aber auch unter Äußerungen unbedarfter Getreuer wie Dirk Niebel. Der sagt, Westerwelle sei „der beste Vorsitzende, den die Partei jemals hatte“ – aber es gebe „Leute, die treten noch nach, wenn ein Mensch am Boden liegt“. Addiert heißt das: Der beste Vorsitzende aller Zeiten liegt am Boden.

Westerwelle hat sich isoliert über die Feiertage, im Urlaub in Ägypten. Auch für Vertraute ist er in Krisen wie dieser nicht erreichbar. Beim Nachdenken muss ihm klar geworden sein: Es gibt keine halben Lösungen. Die ihm angeratene Trennung zwischen Außenministeramt und Parteivorsitz ist ohne heillosen Autoritätsverlust nicht machbar. Ein politisches Unding wäre es, zu Dreikönig den Verzicht auf die Kandidatur für den Parteivorsitz im Mai zu verkünden. Wahlen stehen an, jetzt bleibt Westerwelle nur der Kampf, für sich selbst und für seine Partei.

Joschka Fischer sprach einst, mit anerkennendem Blick auf Gerhard Schröder, von der Todeszone der Politik, in der die Luft knapp ist und in die sich viele gar nicht erst hineintrauen. Westerwelle geht jetzt in diese Zone. Entweder wird er dort die Dinge wundersam wenden. Oder er wird seiner Partei einen letzten Dienst dadurch erweisen, dass er alle Pfeile, die nach den Wahlen abgeschossen werden, auf sich zieht.

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