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Meinung Jens Heitmann zu den Nordseewerken
Nachrichten Meinung Jens Heitmann zu den Nordseewerken
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21:22 13.11.2012
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Hannover

Doch mehr als eine Gnadenfrist dürfte das nicht sein. Wenn sich nicht sehr bald ein Investor findet, der den insolventen Betrieb übernimmt und komplett neu ausrichtet, ist die endgültige Pleite unausweichlich.

In ihrem jetzigen Zustand und mit dem aktuellen Management sind die Nordseewerke nicht überlebensfähig. Während Konkurrenten die Fundamente für Windparks vor der Küste längst in Serie fertigen, hat man in Emden über viele Monate nur Geld verbrannt – erst die Übergangszahlungen des früheren Eigentümers ThyssenKrupp, dann die Millionen aus dem Kredit der Nord/LB. Produziert wurde in dieser Zeit außer windigen Versprechen wenig, auch neue Aufträge kamen nicht an Land. Hingen nicht so viele Arbeitsplätze von diesem Unternehmen ab, gäbe es für eine Fortführung kaum Argumente.

Was können die Nordseewerke einem Investor bieten? Zunächst einmal ihre Lage: Der Standort Emden bietet für Zulieferer von Offshore-Windparks viel Platz und direkten Zugang zum Meer.  Darüber hinaus darf ein Käufer darauf setzen, dass  die Mitarbeiter nach dem
Siag-Schock viel dafür tun werden, um ihre  Jobs zu behalten.

Die Beschäftigten haben bereits Abstriche machen müssen, ein neuer Geldgeber wird sich damit aber wohl nicht zufriedengeben. Die Offshore-Branche ist in weiten Teilen eine tariflose Zone, selbst mit ihren gesunkenen Lohnkosten gelten die Nordseewerke noch nicht als konkurrenzfähig.