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Meinung Jörg Kallmeyer über den Zensus 2011
Nachrichten Meinung Jörg Kallmeyer über den Zensus 2011
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21:14 31.05.2013

Für die Jüngeren: Damals gab es noch kein Internetbanking, kein Google und keine Prämienkarten von Supermärkten, die vom Geburtstag bis zum Gehalt fast alles über die Kunden speichern. Damals verriet man niemandem „die Daten“ – und schon gar nicht „dem Staat“. Rückblickend wirkt manches an dem Protest gegen die Volkszählung 1987 folkloristisch – schließlich war die Rechtslage zuvor schon einmal grundsätzlich geklärt worden.

Die Deutschen wissen  bereits seit dem Volkszählungsurteil des Bundesverfassungsgerichts von 1983, dass sie nicht alles über sich  verraten müssen und dass der Staat persönliche Angaben besonders vertraulich behandeln muss. Die Behörden aber wissen seitdem auch immer weniger über die Bürger, für die sie da sein sollen.

Das Argument jedenfalls, eine Volkszählung sei in Zeiten elektronischer Datenerfassung doch überflüssig, ist endgültig aus dem Weg geräumt. Es ist geradezu sensationell, was der Mikrozensus 2011 alles ans Tageslicht gebracht hat. Manches Problem bei der Integration von Ausländern erscheint kleiner, wenn man nun weiß, dass es viel weniger Menschen ausländischer Herkunft bei uns gibt als gedacht. Und wer die Gewichtung der Länder im Bundesrat festlegt, der muss schon wissen, wie viele Einwohner überhaupt in den einzelnen Ländern leben.

Am Ende einer langen Geschichte gibt es also nur Gewinner. Die Deutschen haben einen verbrieften Datenschutz. Und die Politik hat endlich eine verlässliche Datengrundlage für Zukunftsentscheidungen wie Kita- und Schulbauten.

Der niedersächsische Landtagsabgeordnete David McAllister lernt derzeit Französisch. Die Lehrerin kommt immer morgens in sein Büro. Jüngst sollte er seinen bisherigen Lebenslauf mündlich darlegen. Mühsam, um richtige Aussprache ringend, beschrieb er die letzte Station: „ministre-président“ von „Basse-Saxe“.

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