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Meinung Hannover braucht keine Mietpreisbremse
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21:15 26.09.2014

Wer derzeit eine Mietwohnung in Linden-Nord oder Linden-Mitte sucht, in der Südstadt oder Oststadt-List, der staunt über die Preise. Hannover war jahrzehntelang verwöhnt von konstant niedrigen Mieten. Lange lag die Durchschnittsmiete bei rund 5,50 Euro pro Quadratmeter. Jetzt aber haben die Preise spürbar angezogen.

Wer die Wohnung wechseln will, muss in guten Lagen mindestens 7,50 Euro, in Spitzenlagen sogar fast 10 Euro pro Quadratmeter rechnen. Will er in einen Neubau ziehen, dann liegen die Preise meist sogar deutlich über 12 Euro. Schon werden Rufe nach einer Mietpreisbremse laut, die die Bundesregierung jetzt zulassen will. Doch kaum ein Experte glaubt, dass sie in Hannover eingeführt wird. Denn auch wenn es in den begehrten Stadtteilen schwieriger geworden ist, seine Traumwohnung zu finden: Der Markt in Hannover ist weiter relativ entspannt.

Niemand muss Sorge haben, keine Wohnung zu finden. Ein Phänomen aber, das viele Metropolen kennen, setzt sich nun auch in Hanover öfter durch: Der Nachfragedruck auf einige angesagte Stadtteile wie Linden, Döhren oder die List wächst enorm. Hingegen lässt sich in Badenstedt, Vinnhorst oder Stöcken eigentlich immer eine Wohnung finden. Die Spreizung der Mietpreise hat zugenommen. Wer sparen will oder muss, findet oft nur noch in einen der nicht ganz so angesagten Stadtteile eine Bleibe.

Zugleich entfalten die steigenden Preise jetzt noch eine andere Wirkung. Auf einmal wird es für die Branche wieder attraktiv, neu zu bauen. Ob am Klagesmarkt oder am Altenbekener Damm, ob im Pelikanviertel, am Tiergarten oder am Rand Bothfelds: Überall entstehen wieder Mehrfamilienhäuser. Das gab es hier seit der Expo nicht mehr. Solange die Durchschnittsmiete bei 5,50 Euro verharrte, war der Wohnungsbau für Unternehmen unattraktiv. Jetzt rückt er wieder in die Rentabilität.

Und wie: Rund 8000 neue Wohnungen entstehen in den nächsten Jahren, die Stadt arbeitet ein Mammutprogramm zur Schaffung neuen Wohnraums ab. Hannovers Bevölkerung wächst, Prognosen beziffern für 2030 ein Plus von fast 20 000 zusätzlichen Menschen. Trotzdem fragt sich manch einer in der Branche angesichts des neuen Baubooms besorgt, ob denn am Ende wirklich zahlungskräftige Mieter für 8000 Neubauwohnungen existieren werden. Immerhin kostet eine neue 100-Quadratmeter-Wohnung eben 1250 Euro monatlich – zuzüglich Heiz- und sonstigen Nebenkosten. Das können sich nicht viele leisten.

Hannovers Ratspolitiker haben klug entschieden, als sie ein Förderprogramm auflegten. Fast in jedem neuen Mehrfamilienhaus wird es jetzt außer hochpreisigen Wohnungen auch einige geben, die für Menschen mit geringerem Einkommen erschwinglich sind. Darüber hinaus wird sich allein die schiere Zunahme der Wohnungsmenge dämpfend auf die Mieten auswirken. Denn wer es sich leisten kann und in eine Neubauwohnung zieht, der macht für Nachrücker seine preiswertere Wohnung frei. Im Moment spricht nichts dafür, dass Hannover eine Mietpreisbremse braucht wie Hamburg, Berlin oder München. Solange sich das System reguliert, kann der Staat draußen blieben.

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