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Meinung Mainz ist überall
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00:15 14.08.2013
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Die Bahn macht sich lächerlich. Als bedauerlicher Einzelfall lässt sich das Chaos aber nicht verkaufen. Vielfahrer wissen: Es läuft generell nicht rund bei der Deutschen Bahn. Kaum ein Zug, in dem nicht mehrere Toiletten defekt sind, kaum eine Fahrt ohne Verspätung. Von einer technischen Störung ist dann gern die Rede. „Wir bitten um Ihr Verständnis“, diese Durchsage aus den Bahnlautsprechern können Bahnfahrer schon lange nicht mehr hören.

Das Mainzer Sommertheater zeigt, wie es wirklich um die Bahn bestellt ist. Es fehlt seit Jahren an Investitionen in Züge, Technik und in Personal. Und das, obwohl die Bahn im vergangenen Jahr große Gewinne einfuhr und Bahnchef Grube von einem sehr erfolgreichen Geschäftsjahr schwärmte. Wie kann das sein? Wo ist das Geld geblieben? Um an die Börse zu gehen, wird bei der Bahn nur noch auf die Rendite geblickt – zulasten der Beschäftigten und der Kunden. Gerade in der Netzsparte wurden Stellwerke langsamer modernisiert als nötig, jährlich wurden dort Tausende Stellen abgebaut. Der hohe Krankenstand in Mainz spricht Bände. Selbst wenn die Vermutung stimmen sollte, dass die Gewerkschaften hier einen heimlichen Streik inszenieren, würde das nur die Not der Betroffenen demonstrieren.

Die Politik muss endlich gegensteuern. Mit einem Bauernopfer wie der Entlassung von Netzvorstand Hess ist es nicht getan. Wer es ernst meint mit der Bedeutung der Bahn für umweltfreundliche Mobilität muss wieder Geld in Personal, Schienennetz und Stellwerke stecken, muss dafür sorgen, dass der Konzern  sich nicht kaputtspart, sondern wieder am Bedarf orientiert plant. Sonst ist Mainz bald überall.

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