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21:33 14.07.2014
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Frank-Walter Steinmeier soll es richten. Der deutsche Außenminister versucht am Dienstag, in Israel und im Westjordanland zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Viel Aussicht auf Erfolg besteht nicht. Die Ereignisse der vergangenen Tage sprechen eher dafür, dass die Auseinandersetzungen weitergehen werden, selbst eine israelische Bodenoffensive könnte bevorstehen.

Israel pocht auf sein Recht zur Selbstverteidigung, nachdem die Hamas rund 1000 Raketen auf israelische Städte abgefeuert hat: Tag für Tag gibt es daher neue Luftangriffe auf Ziele im Gazastreifen. 170 Menschen sind dabei schon ums Leben gekommen. Auf beiden Seiten dominieren Hass und Wut, ohne Druck von außen wird es keine Waffenruhe geben. Tatsächlich bemühen sich Diplomaten auf allen Ebenen, die Vereinten Nationen, die EU, die Arabische Liga fordern ein sofortiges Ende der Gewalt. Wie so oft schon zuvor. Zur Wahrheit gehört jedoch, dass es in den vergangenen Jahren, in einer Zeit relativer Ruhe im Nahen Osten, nicht gelungen ist, die Konfliktparteien zum Verhandeln zu zwingen.

Dabei waren die Erfolgsaussichten besser den je: Zumindest die Hamas-Kämpfer sind in großer Not. Finanziell am Ende, kommen ihnen gerade die Unterstützer abhanden: Der IS-Terror lässt arabische Regierungen auf Distanz zu radikalen Islamisten gehen. In Ägypten hat das Militär die Muslimbrüder aus der Regierung geputscht, damit hat die Hamas eine wichtige Hilfsquelle verloren. Hamas sah sich deshalb sogar genötigt, mit der Fatah eine Einheitsregierung zu bilden.

Doch die Chance wurde vertan. Es wird wieder geschossen im Nahen Osten. Sollte Israel tatsächlich eine Bodenoffensive starten, wird dies eine neue Intifada auslösen, einen Aufstand der Palästinenser gegen Israel. Frieden im Nahen Osten wird auf lange Sicht ein Traum bleiben.

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