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Meinung Auf der Seife
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19:23 20.02.2014
Von Michael B. Berger
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Denn detaillierte Betrachtungen des Kassenwesens im Hotel „Bayerischer Hof“, der Amüsiergewohnheiten Maria Furtwänglers oder der Spendierfreude eines David Groenewold haben nicht den Beweis erbracht, dass das ehemalige deutsche Staatsoberhaupt tatsächlich korrupt war. Da gottlob der Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ gilt, muss Christian Wulff freigesprochen werden. Alles andere wäre nach dem bisherigen Verlauf des Prozesses eine Sensation.
Zurück bleiben in der Erinnerung aber eine Menge Fragen an den Politiker Wulff, der sicherlich nicht zu den stilbildenden Ikonen dieser Republik gerechnet werden kann. Wie wir inzwischen wissen, war der Christdemokrat in den letzten Jahren notorisch klamm – warum auch immer. Wulff hatte offenbar einfach zu viele „Freunde“ in der Wirtschaft, die natürlich alle irgendetwas von dem damals noch aufstrebenden Ministerpräsidenten wollten. Aber ein deutsches Gericht hat nicht über Stilfragen zu urteilen. Die bleiben dem allgemeinen (Wahl-)Publikum überlassen. Und das hat, sofern man Meinungsumfragen glaubt, sein Urteil längst gesprochen.

Viel Schelte ist an der hannoverschen Justiz geübt worden, die aber im Falle Wulffs lediglich ihren Job gemacht hat. Und um den war Oberstaatsanwalt Clemens Eimterbäumer keineswegs zu beneiden. Denn im Umgang mit Prominenten steht die Staatsanwaltschaft stets mit beiden Beinen auf der Seife. Es ist allerdings nicht nur dem ehemaligen Bundespräsidenten zu wünschen, dass mit dem Urteil Ende Februar ein Schlussstrich gezogen werden kann. Schon jetzt, fünf Jahre nach dem ominösen Oktoberfestbesuch, wollen sich nur wenige an die alten Zeiten erinnern.

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