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Meinung Es geht nicht nur ums Gas
Nachrichten Meinung Es geht nicht nur ums Gas
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21:21 25.11.2015
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Die Temperaturen fallen empfindlich – und wieder einmal eskaliert der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine. Einmal mehr zeigt sich, wie tief der Riss zwischen den vermeintlichen Brudervölkern im Osten geht. Trotz des schwelenden Konflikts in der Ostukraine und trotz der völkerrechtswidrigen Annektierung der Krim ist die Machtfrage zwischen Moskau und Kiew noch immer nicht entschieden.

Die junge Ukraine wehrt sich mit Händen und Füßen dagegen, wieder zu einem Mündel des Kremls zu werden. Wo immer es ihr möglich ist, bietet sie dem übermächtigen Nachbarn die Stirn: In Kiew zeigt man wenig Ehrgeiz, die gekappte Stromversorgung der Krim zu reparieren, und zum Verdruss der Fluggesellschaften ist der ukrainische Luftraum für russische Maschinen nunmehr seit gestern vollständig gesperrt. Darüber hinaus gibt es keine guten Nachrichten aus den Kampfgebieten in Donezk und Lugansk.

Die EU verfolgt die gesamte Konfliktlage mit kritischer Distanz: Die Sanktionen gegen Russland haben zwar – vorläufig – noch Bestand. Angesichts der vielfältigen weltweiten Krisen sähen viele westliche Regierungen den Präsidenten Russlands aber gern wieder als vollwertigen Partner mit am Tisch. Als Machthaber über das größte Land der Erde ist Wladimir Putin schließlich ein unverzichtbarer Gesprächspartner. Das gilt nicht zuletzt für den Gasstreit: Je länger sich die Auseinandersetzung hinzieht, umso schwieriger dürfte auch die Versorgung der EU werden.

Doch Vorsicht ist geboten: In diesem Streit geht es um mehr als nur ums Gas. Putin sieht in seiner konfrontativen Außenpolitik den Weg zum eigenen Machterhalt. Sollte sich der Westen von der Ukraine abwenden, fühlt sich der Kremlherr in seinem Kurs bestätigt.

Jörg Kallmeyer 25.11.2015
Jörg Kallmeyer 25.11.2015
Matthias Koch 28.11.2015