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Meinung Raschplatz: Die Zeit des Abwartens ist vorbei
Nachrichten Meinung Raschplatz: Die Zeit des Abwartens ist vorbei
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02:15 04.03.2017
Von Hannah Suppa
Wie soll es am Raschplatz weitergehen?
Wie soll es am Raschplatz weitergehen? Quelle: Jan Philipp Eberstein
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Der Oberbürgermeister will endlich dafür sorgen, dass am Raschplatz einfache Regeln eingehalten werden. Von allen. Wie? Mal sehen. Wann? Demnächst. Soll ja alles gründlich beraten werden. Und die Durchsetzung? Nicht zu hart, Hannover sei ja „keine enge Kiste von Recht und Ordnung“. Warum eigentlich nicht – dort, wo es nötig ist? Die Sozialdemokraten im Rathaus trauen sich nicht, zwei Wahrheiten zugleich auszusprechen: Ja, eine Großstadt muss die Präsenz auch von Problemgruppen aushalten. Aber: Sie darf sich zugleich nicht von einer pöbelnden Minderheit auf der Nase herumtanzen lassen.

Der Raschplatz in Hannovers Innenstadt ist als Treffpunkt für Alkoholkonsum bekannt. Das hinterlässt dort seine Spuren. Ein Besuch.

Um das deutlich zu machen, muss am Raschplatz mehr geschehen. Kontrollen, Licht, Reinigung und fröhliche Konzerte haben nicht geholfen. Das ist keine neue Erkenntnis. Doch die Rathausspitze schiebt das Thema weiter vor sich her: Bereits im August hatte der Oberbürgermeister die „Anpassung der Konzepte“ angekündigt, eine Platzordnung sollte erarbeitet werden.

Dann kam der Winter – und die Trinker blieben. Am Raschplatz sogar schön überdacht und wetterfest. Mittwoch waren es wieder knapp 50 Menschen, an einem regnerischen Märztag. Es ist zu befürchten, dass die Hannoveraner im Frühling und Sommer erst recht einen Bogen um den Raschplatz machen müssen. So verkümmert der teuer umgebaute Platz weiter, während man im Rathaus eine „ordnungspolitische Generalinventur“ macht. Immer noch.

Bei allem gutem Willen: Der sozialpädagogische Blick auf die Welt wird hier nicht weiterhelfen.