Kommentar zur Rathaus-Affäre: Wann endet das Trauerspiel?
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12:29 26.05.2018

Das Durcheinander im sogenannten Fall Härke ist seit Freitag noch größer. So groß, dass man vernünftigerweise mit der Frage davor steht: Was bedeutet all das für die Stadt? Und was sagt es über die Lage der Verwaltung aus? Und: Wann endet das nur?

Nur noch einmal zum Verständnis: Begonnen hat die ganze Affäre damit, dass der Personal- und Kulturdezernent Härke seiner Freundin einen besseren Job verschaffen wollte. Die Sachlage ist unstrittig. Doch was folgt daraus?

In einer ordentlichen Verwaltung hätte man erwartet, dass es ein souveränes Disziplinarverfahren gibt, an dessen Ergebnis die Beteiligten sich halten. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass eine politische Mehrheit im Rat sich davon unabhängig entschließt, den Dezernenten abzusetzen. Alles nicht so furchtbar schwierig, könnte man meinen. Aber dann kennt man das hannoversche Rathaus schlecht. Hier gibt es traditionell eine schwache Opposition. Zudem steht an der Verwaltungsspitze ein Oberbürgermeister, dessen Unsicherheit mit Händen zu greifen ist. Das führt nicht nur dazu, dass er monatelang zögert, bis er sich der Vorwürfe gegen Härke annimmt. Infolge dieser Unsicherheit meint der unter Druck geratene Dezernent Härke, einen Trumpf in der Hand zu halten: Die in jedem Fall sportlichen Gehaltsvorstellungen von Schostoks engstem Mitarbeiter nämlich. Dass dieser Büroleiter Frank Herbert seine Geldforderungen zu Lasten der Steuerkasse so freimütig stellen konnte, führen viele darauf zurück, dass Schostok auf den Mann angewiesen sein muss. Da schien es offenbar zweitrangig, ob die Wünsche Herberts nun rechtlich anfechtbar waren oder nicht.

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Und so kann das, was als mittelschweres Vergehen eines bestimmt nicht fehlerfreien Stadtrats begonnen hat, monatelang Kreise ziehen, die nun auch die Staatskanzlei und die CDU-Fraktion im Landtag erreichen. Die Herren Stephan Weil und Dirk Toepffer wollen mit der muffigen Sache möglichst wenig zu tun haben. Verständlich. Am Ende ergeht die Aufforderung Weils an Schostok: Kümmere dich. Aber genau das ist das Problem: Schostok ist überfordert – mit der Sache Härke wie mit anderen Themen auch.

Und so liest jetzt die Staatsanwaltschaft lange E-Mails darüber, ob nun der Beamte Herbert nach B2, B5 oder B7 zu besolden sei. Und muss in der Politik herumfragen, wer wem welche Unterlagen zugesteckt hat. Lernen kann man daraus dies: Im Rathaus liegt vieles im Argen, an mehr als einer Stelle.

Von Felix Harbart

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