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Meinung Kommentar zur Wahl: Kein Morgen für Rot-Grün
Nachrichten Meinung Kommentar zur Wahl: Kein Morgen für Rot-Grün
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03:30 12.09.2016
Von Hendrik Brandt
Quelle: von Ditfurth
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Es war eine kurze Nacht – zumindest für jene Niedersachsen, die sich für Politik interessieren. Und das sind offenbar doch mehr als manche akademische Schwarzmaler behaupten, die schon über „nachdemokratische Gesellschaften“ spekulieren. Fast die Hälfte der Erwachsenen hat sich am Sonntag zumindest die Zeit genommen, die monströsen Stimmzettel für die Kommunalwahl auszufüllen.

Diese Wahl war besonders. Am Sonntag standen nur in Ausnahmefällen die Spitzenkandidaten im Mittelpunkt. Nach einem abenteuerlichen Hin und Her des Wahl-Gesetzgebers hatten es die Niedersachsen diesmal zumeist mit einer Art Zwischenwahl zu tun, bei der es in aller Regel nicht um Bürgermeister oder Landräte, sondern ausschließlich um die Besetzung der örtlichen Räte und Vertretungen ging. Die entscheiden zwar viel von dem, was die Bürger ganz unmittelbar betrifft, haben aber allgemein nun wirklich wenig Strahlkraft. So gesehen ist die gestiegene Beteiligung an der Wahl ein gutes Zeichen.

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Dennoch reiben sich an diesem Morgen manche die Augen. Rot und Grün haben etwa in der Region Hannover ihre Mehrheit verloren. Das ist keine Randnotiz, die Region ist so groß, dass sie anderenorts bequem als Bundesland durchgehen würde. Dass Christ- und Sozialdemokraten hier fast gleichauf liegen, ist ein bemerkenswerter Erfolg für die einen und eine Ohrfeige für die anderen. Die SPD hat hier in den vergangenen zehn Jahren mehr als zehn Prozent ihrer Wähler verloren – kein Ruhmesblatt für Regionspräsident Hauke Jagau. In der Landeshauptstadt sieht es noch schlechter aus; Hannovers SPD-Oberbürgermeister Stefan Schostok, der sich bis an den Rand des Erlaubten im Wahlkampf präsentierte, obwohl er gar nicht zur Wahl stand, wird sich nun noch ein paar mehr Fragen stellen lassen müssen.

Einen Einbruch mit Ansage bringt der Morgen für die Grünen – Ergebnisse an der 20-Prozent-Marke, die sie in der Region wie in der Landeshauptstadt vor fünf Jahren unter dem Eindruck des GAUs in Fukushima erzielt hatten, waren nicht zu wiederholen. Die Partei ist auf Normalmaß gestutzt. In der Region Hannover wird es wohl nur noch zur Opposition reichen.

Dort wird sich auch die AfD einfinden. Das hannoversche Ergebnis der Rechtsausleger ist bedrückend, aber weit von jenen in Ostdeutschland entfernt. Sie müssen ihren Wählern nun beweisen, dass sie nicht nur allgemein allerlei fordern, sondern auch ganz konkret an Themen arbeiten können. Noch ist das nicht mehr als eine leere Behauptung.

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