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23:06 30.09.2009
Von Stefan Koch
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Dennoch haben sie große Schuld auf sich geladen.

Sicherlich: Die Grenzziehungen nach dem Ende der Sowjetunion folgten in einigen Regionen willkürlich. Sogar unter Historikern ist umstritten, wie weit Georgien reicht und wie berechtigt der Anspruch der Abchasen und Südosseten auf staatliche Unabhängigkeit ist. Ein Grund zum Kriegführen lässt sich daraus nicht ableiten. Die Menschen in Zchinwali und die einfachen Soldaten wurden zum Spielball der Politik.

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Aus dem fünftägigen Gemetzel gingen beide Parteien als Verlierer hervor. Der einst so hoffnungsvoll gestartete georgische Präsident Michail Saakaschwili ist weltweit diskreditiert. Und der Kreml steht im Baltikum, in Polen und in der Ukraine wieder in dem Ruf, ein Hort der Aggression zu sein. Von klug gestalteter Politik keine Spur. Vielmehr sind sich die kleineren Nachbarn allesamt einig: Wer an Russlands Grenzen lebt, ist gut beraten, starke Partner zu haben. Ob dieses neue tiefgreifende Misstrauen berechtigt ist, mag dahingestellt sein. Aber es wirft lange Schatten auf den Alltag in der gesamten EU: Das Projekt Ostseepipeline bleibt eine holprige Angelegenheit, der Grenzverkehr ist unnötig mühsam, und Firmenkooperationen werden nur unter großen Vorbehalten eingegangen.

Die bittere Erkenntnis: Es ist noch ein langer Weg, bis sich die Beziehungen zwischen der EU, der Nato und Russland wieder normalisieren. Der kurze Krieg hat tiefe Spuren hinterlassen.

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