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Meinung Marina Kormbaki über die Frauenquote
Nachrichten Meinung Marina Kormbaki über die Frauenquote
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20:31 11.04.2013
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Die CDU weiß um ihr Frauenproblem und hat inzwischen mehrere Initiativen gestartet mit dem Ziel: weiblicher werden. Die barschen Worte jedoch, mit denen der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder die Befürworterinnen für eine Frauenquote in Aufsichtsräten zur Räson ruft, sind da keine große Hilfe.

Mit ihrem offenen Streit über Frauen in Führungspositionen haben sich die Christdemokraten in eine Situation manövriert, aus der zwangsläufig Verlierer hervorgehen werden. Sollten sich bei der Abstimmung in der kommenden Woche genug Abweichlerinnen finden, die mit der Opposition für die Quote stimmen, steht nicht nur Familienministerin Kristina Schröder mit der von ihr favorisierten Flexiquote düpiert da. Das wäre wohl das geringste Problem von Kanzlerin Angela Merkel, ebenfalls Quotengegnerin. Ihr größeres Problem wäre der Koalitionspartner FDP, der unter Verweis auf eine selbst innerhalb der CDU bröckelnde Koalitionsdisziplin künftig sein Veto einlegen könnte, etwa bei noch offenen Fragen zur Homo-Ehe. Falls aber die CDU-Frauen doch umfallen und sich, wie von Kauder gefordert, der Mehrheitsmeinung anschließen, ist ihre Glaubwürdigkeit dahin.

In seiner Mahnung verweist Kauder auf die bürgerlichen Wähler, die klare Positionen schätzten. Was Kauder unterschlägt: Die Wähler schätzen Geschlossenheit nicht um der Geschlossenheit willen. Es geht ja auch um die Sache. Und beim Thema Frauenquote denken nicht wenige CDU-Sympathisantinnen ähnlich wie Rita Pawelski. Wenn die CDU tatsächlich weiblicher werden will, sollte sie den Frauen in ihren eigenen Reihen mehr Gehör schenken.

Dirk Schmaler 11.04.2013
Klaus Wallbaum 09.04.2013
Michael B. Berger 09.04.2013