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Meinung Marina Kormbaki zur Integration
Nachrichten Meinung Marina Kormbaki zur Integration
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21:30 03.12.2012
Von Marina Kormbaki
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Und nun legt die OECD eine Vergleichsstudie unter den führenden Industrienationen vor, in der sie Deutschland bescheinigt, seine jungen Migranten überdurchschnittlich gut in den Arbeitsmarkt eingebunden zu haben - obwohl hierzulande nur 11 Prozent der ausländischen Jugendlichen das Abitur schaffen. Ist Bildung etwa doch nicht der Generalschlüssel für Integration?

Ob jemand Arbeit hat oder nicht, gibt Aufschluss über seine Chance, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Aber Arbeit ist nicht gleich Arbeit, und ein Blick in die Statistiken der OECD verrät, dass es nicht die gut bezahlten, sicheren Jobs sind, die in Deutschland von Migranten besetzt werden. So ist beispielsweise ihr Anteil an den Beschäftigten im öffentlichen Dienst verschwindend gering. Das ist auch ein Signal. Und unter den Besserverdienenden findet man Migranten nach wie vor eher selten.

Die laut OECD gute Arbeitsmarktintegration von jungen Menschen mit schlechteren Bildungsabschlüssen ist also bloß ein Erfolg auf Zeit. Als gering Qualifizierte sind sie besonders oft in konjunktursensiblen Bereichen beschäftigt. Alles gut, solange der Konjukturschub der vergangenen Jahre den Arbeitsmarkt noch erreicht. Sobald jedoch auch die deutsche Wirtschaft unter Druck gerät, werden sie die ersten sein, die dies zu spüren bekommen.

Die OECD-Studie ist somit nicht nur als anerkennendes Schulterklopfen für die bisherigen Integrationsleistungen Deutschlands zu lesen. Vielmehr ist sie eine Aufforderung zu mehr Anstrengungen bei den Bildungschancen von Zuwanderern. Marina Kormbaki

02.12.2012
Hendrik Brandt 30.11.2012