Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meinung Matthias Koch zur Euro-Krise
Nachrichten Meinung Matthias Koch zur Euro-Krise
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:08 13.12.2012
Von Matthias Koch
Anzeige

Manchmal muss man vorausschauend langsamer werden oder eine kleine Runde im Kreis fahren. Eins aber ist klar: Abrupte Bremsmanöver sind gefährlich, jeder Stillstand könnte alles ins Kippen bringen. In diesem Sinne machen die 27 Staats- und Regierungschefs jetzt bei ihrem Dezember-Gipfel eine geradezu verblüffend gute Figur. Europa bleibt in Bewegung, auch am Ende eines wirren, teilweise irren Jahres.

Noch im vorigen Winter hielten viele es für ausgemacht, dass das Ende der Euro-Zone nur noch ein Frage weniger Wochen sei. In Deutschland erschienen kluge Wochenmagazine, die voll waren von düstersten Prophezeiungen aller Art. „EuroLand ist abgebrannt“, hieß es da, und man warnte vor dem alles vernichtenden Big Bang, wenn erst die ganz große, die ultimative „Geldbombe“ explodiert.

Zwar steht in Kürze das Ende der Menschheit laut Maya-Kalender bevor. Doch man ahnt, dass auch nach diesem Stichtag noch in den Brüsseler Bürotürmen die Neonlichter leuchten werden.

Was „Brüssel“ alles hervorgebracht hat im Jahr 2012, hat eigentlich mal einen anerkennenden Blick verdient. Es geht nicht nur wie im Fall Griechenlands um Nothilfen. Im Gang ist eine breite Neuausrichtung, mit politischer Bedeutung weit über den Tag hinaus. Die Bankenaufsicht wird verschärft. Die Begrenzung einer künftigen Schuldenpolitik per Fiskalvertrag ist akzeptiert. Und quer durch die EU beginnt die Neuverschuldung nachzulassen. Alles zu spät und zu wenig? Das dürfen nur die sagen, die immer schon wegwollten von den hohen Schulden. In Deutschland war das, wenn man ehrlich ist, ein sehr kleiner Kreis.