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Meinung Neue Zündung für den ADAC
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00:15 10.12.2014
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Zwischen den üblichen Reden gab es auf der ADAC-Hauptversammlung am Wochenende auch ein Video zu sehen. Es brachte Antworten von Straßenpassanten auf die Frage, was sie so im Allgemeinen mit dem Autoklub verbänden. Wo man vor einem Jahr stereotyp „Gelbe Engel“ gehört hätte, fallen jetzt Worte wie „Filz“ und „Unglaubwürdigkeit“. Es sollte die Delegierten wohl an die Schrecken dieses Jahres erinnern, das mit einem Fall ins Bodenlose begann und mit der Rückkehr zum aufrechten Gang enden soll.

Die kleine Gedächtnisstütze ist nötig, denn die Versuchung war enorm, alles beim Alten zu lassen und ohne viel Aufhebens wieder in die lauschige Vor-Skandal-Zeit zurückzukehren. Zumindest in den Ehrenämtern sind größtenteils die gleichen Männer – Frauen gibt es nicht in Präsidium und Verwaltungsrat – unterwegs, die schon den „alten“ ADAC prägten. Erneuerung gab es nur in den Reihen der angestellten Manager. Der zurückgetretene Präsident Peter Meyer, Inbegriff einer verkorksten Vereins- und Unternehmenskultur, führt weiter den größten Regionalbezirk und ließ jetzt schmallippig mitteilen, er habe dem neuen Konzept zugestimmt. Nachfolger August Markl hat sich zwar in diesem Jahr als Erneuerer profiliert, hätte das aber auch schon in vielen Funktionärsjahren davor tun können.

Dass sie sich nun trotzdem zu einem Wandel durchringen, hat nicht einmal viel mit den Mitgliedern zu tun. Die sprechen zwar Empörtes in Mikrofone, haben ihrem Verein nach einer kurzen Austrittswelle aber die Treue gehalten.  Unverändert mehr als 19 Millionen Mitglieder zahlen weiter ihren Beitrag – nicht gerade ein Signal für Veränderung. Der Druck kam nicht von innen, sondern von außen. Wenn Politiker den Kontakt meiden, wird Lobbyarbeit schwierig; wenn die Industrie lieber zu anderen Preisverleihungen geht, ist der eigene Glanz dahin; und vor allem: Wenn die Gemeinnützigkeit aberkannt wird, geht es an die Existenz. Genau diese Frage prüft derzeit das Amtsgericht München. Nichts hat die ADAC-Größen so auf Trab gebracht wie dieses Verfahren, denn es hätte sie zu einer Entscheidung zwingen können: Will man nun gemeinnütziger Verein sein – ohne die schönen Geschäfte aus Reisebüros, Versicherungsvermittlung und Mobilfunktarifen? Oder will man die Geschäfte machen – ohne den Nimbus der „Gelben Engel“ und steuersparende Querverbindungen? In München begriff man schnell, dass die Alternative keine ist, man will weiter beides.

Die am Wochenende beschlossene neue Struktur ist der ehrliche Versuch, den ADAC zu erneuern, ohne ihn in die Bedeutungslosigkeit zu schrumpfen. Die klarere Abtrennung des kommerziellen Teils, die neue Stiftung und andere Maßnahmen bringen nicht nur kosmetische Veränderungen, sie ermöglichen tatsächlich Transparenz. Das mag reichen, um den Verein in der Gemeinnützigkeit zu halten. Es wird aber allein nicht reichen, um eine neue Zeit einzuläuten.

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