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Meinung Nicht so viel Gedöns um Linden!
Nachrichten Meinung Nicht so viel Gedöns um Linden!
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02:15 30.03.2015
Die bunt beleuchteten drei „warmen Brüder“ sind seines der Wahrzeichen von Linden. Quelle: Ole Spata

Es wird hier häufiger sehr begeistert über den Stadtteil Linden geschrieben. Galerien haben sie da mit Konzertbetrieb, eine schillernde Kneipenszene, viel Ökologisches und auch schon mal die eine oder andere Hausbesetzung. Ein bisschen Kreuzberg also. Irgendwie hip. „Donnerwetter“, könnte man in der List, in Kleefeld oder Kirchrode denken, „Großstadt leben die da drüben und bei uns ist eigentlich alles ziemlich piefig. Höchstens mal ein Falschparker oder ein Sprayer.“ Einspruch.

Eigentlich hinkt Linden hinterher. In den Achtzigern des vergangenen Jahrtausends (nur um mal den Abstand deutlich zu machen) hatten wir eine Wohngemeinschaft in der Jacobistraße. Und Gentrifizierung ging damals so: Irgendwann klingelte ein Makler. Er durfte in die Küche kommen. Ich wusch ein Glas ab für ihn, und er erzählte davon, dass er das Haus gern umbauen würde. Wir drei auf der anderen Seite des Küchentisches rauchten seelenruhig unsere Reval weiter, und der Makler sagte: „Wenn Sie ausziehen, bekommt jeder die Summe x.“

Ich schreibe „Summe x“, weil ich keine verspäteten Nachfragen des Finanzamtes haben möchte. Jedenfalls war es ein richtig fetter Happen D-Mark. Wir packten die Plattenspieler ein und hängten das Che-Guevara-Plakat ab. Ich zog in eine WG am Moltkeplatz, Rudolf nahm den Kater und ging zu seiner Freundin, und Sven machte sich auf nach Spanien. Will sagen: Wir machten nicht so viel Gedöns um die Dinge.

Auch die Auseinandersetzung mit amerikanischen Großkonzernen lief bei Weitem cooler ab, als das heute mit Farbbeuteln und Demonstrationen zelebriert wird. Die größte Bulettenbraterei der Welt eröffnete damals ein Geschäft an der Lister Meile. Wir gingen einfach nicht hin. Keine eingeschlagenen Fenster, keine gesprayten Parolen, einfach nur keine Kunden. Die Buletten-Jungs aus Amerika mussten ihren Laden nach ein paar Monaten schließen. Das war damals eine große Sache, die Imbisskette war mit einigem Hurra auf Expansionskurs. Nur in der List mussten sie eine krachende Niederlage einstecken!

Also Linden – die Nase nicht so hoch tragen!

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