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Meinung Noch nicht vorbei
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21:01 02.09.2013
Von Margit Kautenburger
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Die Ruhe war trügerisch. Die Lage in der Atomruine Fukushima wird nicht besser, sie verschlechtert sich. Hunderte Tanks mit verseuchtem Wasser stehen auf dem Gelände. Alle zweieinhalb Tage kommt ein neuer hinzu, ohne dass irgendjemand weiß, was mit dem verstrahlten Inhalt passieren soll. Die Gebäude sind in einem extrem schlechten Zustand, und der Umgang mit dem Brennstoff, der irgendwo geschmolzen unter den havarierten Reaktoren liegt und teilweise in einem offenen Wasserbecken abklingt, ist noch völlig unklar. Die Gefahr in Fuku­shima ist nicht gebannt, die Katastrophe nicht vorbei.  

Der Betreiber Tepco hat die Probleme immer wieder heruntergespielt. Die Lage sei im Griff, alles sei halb so wild, wurde der Öffentlichkeit signalisiert. In Wirklichkeit versucht das Unternehmen weiterhin, mit provisorischen und billigen Lösungen das Schlimmste zu verhindern. Da werden Arbeiter in Schutzanzügen losgeschickt, um Radioaktivität in Wasserpfützen zu messen, statt dass die Werte aus der Distanz erhoben werden, wie man es in einer Hightech-Gesellschaft erwarten würde. Geradezu hilflos wirkt der neue Vorschlag, den Boden rund um die Reaktoren zu vereisen, damit kein verstrahltes Wasser ins Meer gelangt. Unmengen an Strom wären dafür nötig, womöglich aus anderen Atomkraftwerken.

Tepco ist mit der Sicherung der havarierten Reaktoren ganz offensichtlich überfordert. Es ist höchste Zeit, das Durchwurschteln zu beenden und tragfähige Rettungskonzepte zu entwickeln. Dabei darf auch die Weltgemeinschaft nicht länger wegsehen und so tun, als gehe sie das Ganze nichts an. Japan braucht internationale Hilfe. Denn letztlich trifft es uns alle, wenn Fukushima gänzlich außer Kontrolle gerät.

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