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20:02 20.10.2010
Von Stefan Koch

Um die Frage, wodurch und von wem Russland und der Westen tatsächlich bedroht werden, ging es leider nur am Rande.

Präsident Medwedew und sein Partner Putin benötigen keinen Nachhilfeunterricht, um zu verstehen, dass die Nato für Russland keine Gefahr mehr darstellt. Der Gegner aus alten Tagen dient ihnen lediglich als Instrument, auf dem sich je nach Bedarf vaterländische Klänge anstimmen lassen, um sich bei der eigenen Bevölkerung Gehör zu verschaffen. Um von internen Problemen abzulenken, ist es immer noch das Einfachste, „den Westen“ als Gegner an die Wand zu malen.

Der Kremlspitze ist die eigene Lage nur allzu bewusst: Entweder gelingt Russland die schnelle Modernisierung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, oder die einstige Supermacht steigt dauerhaft in die Klasse der Entwicklungs- und Schwellenländer ab. Die Erlöse aus dem Rohstoffverkauf reichen auf Dauer nicht aus, um die Kosten eines modernen Landes zu tragen. Hinzukommen die wirklichen Sicherheitsprobleme: Auch wenn die Kriege in Tschetschenien und in Georgien offiziell beendet wurden, brodelt es im gesamten Kaukasus. Hinzu kommt eine instabile Flanke in Richtung Zentralasien. Ganz zu schweigen von dem Drama, dass sich Sibirien entvölkert und sich die ethnischen Russen immer mehr auf ihr uraltes Stammland westlich des Urals zurückziehen. Es wird höchste Zeit, dass der Kreml in dieser prekären Lage den Westen endlich als Partner erkennt.

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