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Meinung Reinhard Urschel zu Peer Steinbrück
Nachrichten Meinung Reinhard Urschel zu Peer Steinbrück
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21:19 30.10.2012
Von Reinhard Urschel
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Und darüber erst recht nicht, ob die zahlreichen kleinen und großen Banken und Sparkassen ähnlich hohe Summen in ihrem Veranstaltungsetat übrig hatten, bei denen sich der wortgewandte ehemalige Finanzminister ans Pult stellte.

Steinbrück redet halt gern, und er redet gerne kurzweilig, schon allein deshalb wird er jeden Euro wert gewesen sein, den man ihm nach seinen Auftritten überwiesen hat. Zwei Reden am Tag zum Höchstsatz sind da schon mal drin, der Mann ist nicht nur geschäftstüchtig, sondern auch fleißig. Im Bundestag hat er seine Zeit abgesessen, schließlich hatte der Wähler es bestimmt, dass Steinbrück nicht mehr auf der Regierungsbank sitzt, sondern bis vor Kurzem auf den Hinterbänken Platz nehmen musste.

So viel bleibt im Gedächtnis hängen. Allerdings auch dies: Steinbrück hat nun seine Nebentätigkeiten offengelegt, seine Auftraggeber genannt und seine Einkünfte beziffert. Die voreiligen Wahlkämpfer von der Union und von der FDP dürfen nun nachziehen. Man wüsste schon gern, was genau dabei herumkommt, wenn der eine oder andere mit Versicherungen makelt oder bei Firmen im Aufsichtsrat sitzt oder sogar arbeitet.

Und man möchte es bitte schön so genau wissen, wie im Beispielfall Steinbrück. Wer sich jetzt noch gegen eine detaillierte gesetzliche Regelung stemmt, der möge in Zukunft schweigen. Der Redengroßmeister selbst sollte freilich seine Ankündigung überdenken, dass er weiterhin gegen Geld engagiert werden kann. Es ist ja ehrenvoll, dass er jeden verdienten Euro spenden will, aber das ist keine elegante Lösung. Einen SPD-Kanzlerkandidaten sollte man nicht buchen können.

Michael B. Berger 30.10.2012
Daniel Alexander Schacht 29.10.2012